Toter deutscher Soldat vor Moskau

Toter deutscher Soldat vor Moskau, Dezember 1941
02.07.2018
Tinte und Permanent Marker auf Papier
21 × 14,8 cm

Fußball und Hybris

„Wir repräsentieren unser ganzes Land. Da stehen 82 Millionen dahinter. Wenn man das in der Presse verfolgt, ist es heftig, was da abgeht und wie das alles angeheizt wird. Wenn wir dieses große Ziel erreichen wollen, sollten wir alle an einem Strang ziehen“, sagte Joshua Kimmich, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Fußballer, laut einem Info-Portal angesichts von Kritik an seinem Team. Auch andere Fußballer haben sich ähnlich geäußert. Solche Hybris ist bei Menschen, die keinen wirklichen gesellschaftlichen Wert einbringen, dafür aber auf dem ideologischen Feld gut tanzen können, offenbar unvermeidlich. Sie meinen, dass sie wirklich so unendlich wichtig sind, dass Kritik an ihnen einer Majestätsbeleidigung gleicht. (mehr…)

Der Hauptfeind

„Der Hauptfeind jedes Volkes steht in seinem eigenen Land!“

Karl Liebknecht

Karl Liebknecht konnte in seiner Flugschrift vom Mai 1915 den Volksbegriff noch ganz unvoreingenommen verwenden. Die Nazis hatten ihm noch nicht die Spitze seiner Bedeutung gegeben, nach der niemand mehr in Deutschland unbelastet vom Volk sprechen kann. Es ist seither eine Blut-und-Boden-Gemeinschaft. Gemeint ist bei Liebknecht ganz klar das, was heute mit Bevölkerung umschrieben würde. Ob Ungarn, Türkei, USA, Deutschland etc. … Liebknecht ist noch immer im Recht.

Die Frisur stimmt

Eine Polemik
gegen die Frisuren des Grauens

Drei Spieler einer exotischen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft im Fußball der Männer? Nein, selbstverständlich sofort erkannt: Das sind drei von der Hitlerjugend. Aber die Frisur stimmt.

Es gibt Zufälle. Dann, wenn etwas passiert, das wir nicht haben kommen sehen, das wir es uns nicht erklären können. Frisuren sind keine Zufälle. Sie sind kulturelle Ergebnisse. Und sie sind zumindest einordbar in gesellschaftliche Prozesse. Dass genau jetzt die einstigen (rebellisch konnotierten) Langhaarfrisuren bei Männern ganz auf den Müll der Geschichte gekippt wurden, die aus Jamaika geklauten Locken nur noch bei Hardcore-Rastas verbreitet sind, uns dagegen seit einigen wenigen Jahren ein einerseits großdeutsch-nazistischer, andererseits nachkriegs-spießiger Haartyp nervt, das ist kein Zufall. (mehr…)

Kunstpause – Weltmeisterschaft

Kunst hat Ruh´! Es regiert der Spott … äh … Sport. Genauer: Das Treten des Balles. Dazu gab es hier schon öfter mal was zu lesen.

Die Weltmeisterschaft im Fußball der Männer steht also vor der Tür. Wolle ma se reilosse? – Tusch, Täterätä, Tusch …

Am 14. Juni geht es los!

Okay, ich gebe mich geschlagen. Pinsel und Stifte weglegen, Fernseher anmachen, zuschauen. Aber Fußball ist doch nur dann richtig gut, wenn der zuschauende Mensch eine Lieblingsmannschaft hat, oder? Stimmt. Dies muss aber nicht jene sein, deren Nationalitätsbezeichnung mit dem Eintrag im eigenen Personalausweis übereinstimmt. Warum auch? Mein Lieblingsfußballer spielt eh nicht in der deutschen Nationalmannschaft (dafür aber leider bei einem völlig indiskutablen Team in München). Und sein Nationalteam, eigentlich meine Lieblingsmannschaft im internationalen Fußball, ist mal wieder nicht dabei. Na, da kann ich doch ganz frei wählen!

Also wähle ich mal. Und die Wahl fällt auf ein Land, das kein Militär hat, ökologisch höchst fortschrittlich ist, bei dem die Pressefreiheit besser bewertet wird als in Deutschland (!) und das auch sonst ganz nett erscheint: Costa Rica! Die dortige Nationalmannschaft kam bei der letzten WM ins Viertelfinale. Ich hoffe, dass sie auch diesmal lange durchhält.

In diesem Sinne: ¡VIVA EL FÙTBOL!

Bild oben: flickr.com

Deutscher Datenschutz ganz europäisch

Kein Zweifel: Unsere Daten sollten geschützt werden. Aber ob dazu eine Datenschutz-Grundverordnung hilfreich ist oder eher Unsinn produziert? Einiges scheint da noch völlig unausgegoren zu sein.

In jedem Fall habe ich reagiert und folgenden Text eingefügt, der nun bei INFOS & DATENSCHUTZ zu finden ist:

Der Betreiber des Blogs mapec.blogsport.de sammelt keine personenbezogenen Daten in Listen, Speichermedien etc. Daher fällt auch keine Speicherung oder Weiterverarbeitung solcher Daten an. Sofern Namen oder andere Angaben im Rahmen dieses Blogs Erwähnung finden, geschieht dies nur, um die Funktion dieses Blogs zu ermöglichen (z.B. bei einer Berichterstattung über Kunst die Erwähnung von Künstlernamen). Fotos von Personen werden nur mit ausdrücklicher Einwilligung der erkennbar gezeigten Personen veröffentlicht.
Der Anbieter Blogsport hat seinerseits die nötigen Angaben in einer Datenschutzerklärung niedergelegt: http://blogsport.de/datenschutz/

Ich hoffe, das ist jetzt wirklich ausreichend. Denn wer Datenmengen finden will, der darf nicht bei mir suchen, sondern bei Polizei, Facebook, BND, Twitter, Verfassungsschutz, Instagram, den Geheimdiensten diverser Länder, privaten Spitzeln der Industrie, Flickr, Youtube …

Fotografie kann Kunst sein

Assunta Adelaide Luigia Modotti Mondini, genannt Tina Modotti, war Fotografin. Sie war noch mehr als das, aber hier zählt ihr künstlerisch-fotografisches Werk, das sehr schön zeigt: Fotografie, wenn sie nicht gerade als peinliches Selfie daher kommt, kann sehr wohl Kunst sein!

So zeigt uns das obige Foto einer mexikanischen Revolutionärin sehr schön den Stolz und die Stärke amerikanischer Frauen. Das Bild ist gut komponiert, die Grautöne erzeugen Spannung, die (rote) Fahne weht nicht heroisch im Wind, sondern bekleidet die Trägerin, umhüllt sie fast, die damit assoziierte sozialistische Idee verspricht Umfassung und Aufrichtung. Ernst Bloch würde wohl vom Wärmestrom der Geschichte sprechen angesichts dieses Fotos.

Sterne, Wölfe und andere Menschen

Die Sichtweise der Maria Lehnen

Im Folgenden will ich einen Blick werfen auf die Werke der Künstlerin Maria Lehnen, die in der Dauerausstellung des Museum.Burg.Miltenberg zu sehen sind und insbesondere in der 2015 stattgefundenen Sonderausstellung ebenda zu sehen waren. Es wird zu zeigen sein, dass Maria Lehnen bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Schaffensphasen eine durchgehende Idee verfolgt, die sich zeigt in einer zutiefst dem Menschen zugewandte Sicht auf die Welt.

Ich mache ausdrücklich – obwohl es eigentlich klar sein sollte – darauf aufmerksam, dass dies mein persönlicher Zugang zum Werk von Maria Lehnen ist. Vor allem in der Interpretation einzelner Objekte können sicherlich auch ganz andere Assoziationen auftauchen. Allerdings behaupte ich, dass die zentrale Aussage – die positive Zuwendung zum Menschen – nicht in Frage zu ziehen sein wird.

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Sterne, Wölfe und andere Menschen

„Sterne, Wölfe und andere Menschen“ – nicht zum ersten Mal zeigte 2015 die Malerin und Bildhauerin Maria Lehnen die Ausstellung mit dem im ersten Moment etwas verwirrenden Titel. Diesmal waren ihre Werke im Museum.Burg.Miltenberg zu betrachten, in hervorragender Erweiterung ihrer Arbeiten, die dort in der Dauerausstellung zu sehen sind.

„Sterne, Wölfe und andere Menschen“ – diesen Titel müssen wir wörtlich nehmen. Denn bei Maria Lehnen dreht es sich immer um den Menschen, der aber auch als Wolf – oder als dessen Antipode, das Schaf – und manchmal auch als Stern daherkommen kann. Versuchen wir, uns der Lehnenschen Bildwelt auf Grundlage dieser Feststellung zu nähern.

Die Wölfe

Auffällig ist, dass der Wolf in der Kunst von Maria Lehnen zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen hat. Da ist einmal die Stärke, Klugheit und Ausstrahlung, die die Künstlerin vor allem ihrer Wolfsfrau-Skulptur aus Erde, Polyester und eingesetzten Glasaugen gegeben hat. Wolf, Frau und Erde – das könnte Assoziationen zu esoterischem oder gar rechtem Mystizismus heraufbeschwören. Bei einer erfreulich bodenständigen, dabei humanistisch geprägten und höchst bewusst gestaltenden Künstlerin wie Maria Lehnen sollte dies allerdings nicht ernsthaft angenommen werden. Vielmehr sehe ich in diesen Wolfsfrauen (neben der genannten gibt es eine zweite, die als Modell für einen Bronzeguss gearbeitet wurde) schlicht und ergreifend eben jene nötige Stärke verkörpert, die einer Frau verhilft, sich auf den Weg zu machen, heraus aus den noch immer mächtigen Beengungen des lange nicht überwundenen Patriarchats.

Bewusst sind diese Mensch-Wölfinnen als Frauen kenntlich gemacht, um ihre Kraft weiblich zu setzen. Zwar gibt es auch eine männlich oder androgyn zu deutende Mensch-Wolf-Skulptur („Wolf III“, Modell für Bronze), aber die stärkste ist eindeutig jene mit den intensiven Augen aus Glas, die eindeutig als weiblich erkennbar ist.
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Eine Zeichnung – und die Inspiration dazu

ohne Titel
2018
Tinte und Gelstift auf Papier
21 × 14,8 cm
(rechtes Foto)

Zahlreiche Zeichnungen entstehen nach Inspiration durch andere Kunstwerke. Im obigen Fall war eine kleine Skulptur von Maria Lehnen im Museum.Burg.Miltenberg die Inspirationsquelle (Foto links). Es geht dabei nie darum, diese inspirierenden Kunstwerke nachzubilden; es geht vielmehr darum, eigene kreative Prozesse in der Auseinandersetzung mit anderen Werken auszulösen.

Danke, danke, danke!

Die Absicht war, dass nicht die möglichen 40, 60 oder mehr Leute, sondern 20 bis 30 Menschen zusammen kommen sollten. So viele also, dass ich mit jeder und jedem im Laufe des Abends reden konnte. Und es kamen gut 20, persönlich handverlesen von mir (einige, die ich gerne dabei gehabt hätte, waren verhindert – teils durch Krankheit, was ich sehr bedaure). Zu was die kamen? Zur Feier „60 Jahre Mapec“! Und ich habe zu danken. (mehr…)