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Aller guten Dinge sind viele

In diesem Fall, der nun zu schildern sein wird, sind es genau 38. Denn so oft war ich von Ostern bis Allerheiligen im MBM, dem Museum.Burg.Miltenberg. Nein, verrückt bin ich nicht. Auch nicht sonderlich exzentrisch. Es ist nur so, dass dieses Museum, das ich hier schon vielfach erwähnt habe, einfach ein wunderbarer Ort des Rückzugs, der Kunstbetrachtung, der Kontemplation, des Kunstschaffens (ich zeichne dort gerne) und des Ausruhens ist. Diese Eremitage bürgt für wunderbare Urlaubsstunden zwischendurch, denn die krawallartig in Miltenberg einfallenden Terrortouristen verirren sich sehr selten hierher – und die Miltenberger habe keine Ahnung von Kunst und bleiben daher dem MBM fern.

An Ostern 2019 geht es weiter. Ich hoffe, wir sehen uns dann mal im MBM. – Oder doch lieber nicht. Lasst mich einfach dort in Ruhe!

Foto: MBM

Wieder einmal Museum.Burg.Miltenberg

Mit insgesamt acht Personen ging es am Wochenende 22./23. September auf die Mildenburg ins dortige Kunstmuseum. Bei zwei Begehungen (Bild oben: die vom Sonntag) trafen sich Leute aus der Kulturinitiative 12M26 und Gäste, um angeregt über die Kunst von Jehuda Bacon, Thomas Lange, Mutsuo Hirano, Markus Fräger, Maria Lehnen und vielen anderen zu sprechen. Im Mittelpunkt diesmal auch die aktuelle Sonderausstellung mit neuen Arbeiten von Ben Willikens.
Das Museum in der Mildenburg ist immer wieder aufs Neue anregend und den Horizont erweiternd. Geöffnet ist allerdings nur bis einschließlich 1. November, dann wieder ab Ostern.
Wie ich gestern erfahren konnte, steht eine Umgestaltung der Dauerausstellung an. Näheres wird noch nicht verraten. Nur so viel: Auch danach wird es ein ganz herausragend inspirierendes Kunstmuseum bleiben.

Ausstellung Ben Willikens

Es ist mal wieder soweit. In meinem Museum vor der Haustüre steht eine neue Sonderausstellung an: Ben Willikens. Die Fotos oben entstanden noch vor der Beschriftung und endgültigen Hängung. Sie geben nur einen sehr schlechten Eindruck wieder von den tiefen und erhaben, aber auch kühl und ängstigend wirkenden Gemälden.
Ab Freitag dieser Woche ist die Ausstellung geöffnet. Hingehen: Museum.Burg.Miltenberg

Sterne, Wölfe und andere Menschen

Die Sichtweise der Maria Lehnen

Im Folgenden will ich einen Blick werfen auf die Werke der Künstlerin Maria Lehnen, die in der Dauerausstellung des Museum.Burg.Miltenberg zu sehen sind und insbesondere in der 2015 stattgefundenen Sonderausstellung ebenda zu sehen waren. Es wird zu zeigen sein, dass Maria Lehnen bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Schaffensphasen eine durchgehende Idee verfolgt, die sich zeigt in einer zutiefst dem Menschen zugewandte Sicht auf die Welt.

Ich mache ausdrücklich – obwohl es eigentlich klar sein sollte – darauf aufmerksam, dass dies mein persönlicher Zugang zum Werk von Maria Lehnen ist. Vor allem in der Interpretation einzelner Objekte können sicherlich auch ganz andere Assoziationen auftauchen. Allerdings behaupte ich, dass die zentrale Aussage – die positive Zuwendung zum Menschen – nicht in Frage zu ziehen sein wird.

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Sterne, Wölfe und andere Menschen

„Sterne, Wölfe und andere Menschen“ – nicht zum ersten Mal zeigte 2015 die Malerin und Bildhauerin Maria Lehnen die Ausstellung mit dem im ersten Moment etwas verwirrenden Titel. Diesmal waren ihre Werke im Museum.Burg.Miltenberg zu betrachten, in hervorragender Erweiterung ihrer Arbeiten, die dort in der Dauerausstellung zu sehen sind.

„Sterne, Wölfe und andere Menschen“ – diesen Titel müssen wir wörtlich nehmen. Denn bei Maria Lehnen dreht es sich immer um den Menschen, der aber auch als Wolf – oder als dessen Antipode, das Schaf – und manchmal auch als Stern daherkommen kann. Versuchen wir, uns der Lehnenschen Bildwelt auf Grundlage dieser Feststellung zu nähern.

Die Wölfe

Auffällig ist, dass der Wolf in der Kunst von Maria Lehnen zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen hat. Da ist einmal die Stärke, Klugheit und Ausstrahlung, die die Künstlerin vor allem ihrer Wolfsfrau-Skulptur aus Erde, Polyester und eingesetzten Glasaugen gegeben hat. Wolf, Frau und Erde – das könnte Assoziationen zu esoterischem oder gar rechtem Mystizismus heraufbeschwören. Bei einer erfreulich bodenständigen, dabei humanistisch geprägten und höchst bewusst gestaltenden Künstlerin wie Maria Lehnen sollte dies allerdings nicht ernsthaft angenommen werden. Vielmehr sehe ich in diesen Wolfsfrauen (neben der genannten gibt es eine zweite, die als Modell für einen Bronzeguss gearbeitet wurde) schlicht und ergreifend eben jene nötige Stärke verkörpert, die einer Frau verhilft, sich auf den Weg zu machen, heraus aus den noch immer mächtigen Beengungen des lange nicht überwundenen Patriarchats.

Bewusst sind diese Mensch-Wölfinnen als Frauen kenntlich gemacht, um ihre Kraft weiblich zu setzen. Zwar gibt es auch eine männlich oder androgyn zu deutende Mensch-Wolf-Skulptur („Wolf III“, Modell für Bronze), aber die stärkste ist eindeutig jene mit den intensiven Augen aus Glas, die eindeutig als weiblich erkennbar ist.
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Eine Zeichnung – und die Inspiration dazu

ohne Titel
2018
Tinte und Gelstift auf Papier
21 × 14,8 cm
(rechtes Foto)

Zahlreiche Zeichnungen entstehen nach Inspiration durch andere Kunstwerke. Im obigen Fall war eine kleine Skulptur von Maria Lehnen im Museum.Burg.Miltenberg die Inspirationsquelle (Foto links). Es geht dabei nie darum, diese inspirierenden Kunstwerke nachzubilden; es geht vielmehr darum, eigene kreative Prozesse in der Auseinandersetzung mit anderen Werken auszulösen.

Die Beschriftung war noch nicht angebracht …

… die Bilder für die neue Sonderausstellung hingen aber schon, als ich gestern im Museum.Burg.Miltenberg war. Ein Lob an Hausmeister Martin Ripperger, der trotz einiger Widrigkeiten die Bilder alle in gleicher Höhe hängen konnte. Dadurch – und selbstverständlich durch die Bildinhalte – entsteht ein sehr beruhigender, ein meditativer Eindruck, etwas also, das in unserer Zeit so wichtig und dem Trend der kapitalen Maschine wie des eventgeilen Freizeitverhaltens entgegengesetzt ist. Wenn die Vernissage herum sein wird, dann sind die Bilder von Udo Kaller bis 1. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Es ergeht schonmal eine Empfehlung.

Ein kleines Gespräch mit Museumsleiter Hermann Neubert am Tisch vor dem Imbiss-Kiosk auf der Mildenburg schloss sich gestern an und brachte einige Hinweise auf künftige Aktivitäten. Es bleibt sehr spannend im Miltenberger Burgmuseum (so viel sei verraten!).

Tipps

übernommen aus kunst.blogsport.de


Jutta Winterheld: Christuskopf (1996), hängt im Franziskushaus Miltenberg

Nun stehen sie fest, die Sonderausstellungen im Museum.Burg.Miltenberg: Ab dem 6. April bis zum 1. Juli zeigt Udo Kaller unter dem Titel Die weiße Schale seine Werke. Mit dem 27. Juli beginnt dann die Ausstellung von Ben Willikens (bis zum 1. November).

Wenn wir schon bei Terminen sind, dann noch zwei der Miltenberger Künstlerin Jutta Winterheld (ein älteres Werk von ihr haben wir oben abgebildet): Am 2. Juni eröffnet sie ihre Einzelausstellung mit abstrakter Malerei in der Remisengalerie Hanau und am 23. Juni – zusammen mit Burghard Müller-Dannhausen – in der Galerie Abteigasse 1 in Amorbach.

Was ist gute Kunst?

Vorne rechts: Die Singer-Songwriterin Nancy Vögelein, die die Vernissage musikalisch umrahmte, vor einigen der Gäste.

Ansprache bei der Vernissage der Gruppe FarbMagie am 25.11.2017 im Café fArbe, Miltenberg

Selbstverständlich übernahm ich gerne die Aufgabe, heute bei dieser Ausstellungseröffnung der Gruppe FarbMagie einige Worte zu sprechen, halte ich doch das Wirken dieser Gruppe aus Künstlerinnen und Künstlern für nicht nur nachahmenswert, sondern die Mitglieder der Gruppe für nette Menschen, teils eigenwillige Künstlerpersönlichkeiten und in einigen Fällen sogar sehr angenehme Mitglieder des Künstlerstammtisches, den ich gerne besuche.

Wir feiern heute nicht nur die Eröffnung der diesjährigen Mitgliederausstellung der Gruppe FarbMagie, wir begehen auch das zehnjährige Jubiläum dieses Kreativangebotes. Grund genug, eine kleine Rückschau zu halten.

Dabei muss festgestellt werden, dass zwei Personen ganz wesentlich waren für das Entstehen des einstigen Zeichenkurses, aus dem nahtlos die Gruppe FarbMagie erwuchs: Manfred Kissenberth, der heute noch die wöchentlichen Treffen anleitet, und Hans Remsberger, einstiger Projektleiter des Caritas-Treffpunktes Café fArbe, in dem wir uns heute zur Vernissage versammelt haben. Hans kann heute nicht hier sein, hat mir aber einige Zeilen zugesandt, die ich nicht vorenthalten möchte:

Liebe fArb-Magiere! Der „Singende Stadtführer“ hatte – oder hatte auch nichts – Magisches an sich. Aber er wies unbewusst den Weg über Crêpes, Café fArbe und Zeichenkurs hin zu Euch. Willy Herth lud mich, ich meine zu erinnern schon in 2007, zu einem Crêpes-Frühstück ein. Beim „Wortverwerter“ am Fuße der Treppe zur Mildenburg traf ich zum ersten Mal an diesem Sonntag auf Manfred. Wir kamen ins Gespräch und teilten schnell Interessen und die gebotenen Crêpes. Letztere bescherten uns quasi einen magischen, weil heißen, abwechslungsreichen Gaumengenuss und Gedankenaustausch.

Zu einem „Kunstgenuss“ konnte ich Dich [gemeint ist Manfred Kissenberth] kurz darauf ins Café fifty entführen. Irgendwann kamst Du dann mit der Überlegung, einen Zeichenkurs, nicht nur für die Café-fArbe-Klientel, zu gestalten. Neuland für Dich und für die Caritas. Danke für Deinen Mut. Es hat sich gelohnt.

Nun wünsche ich eine stilvolle Vernissage mit viel Freude und Genuss an Euren Exponaten.
Mit Magie
harem

Soweit diese Zeilen. Und harem ist hier nicht der orientalische Frauenwohnbereich, sondern die Abkürzung für Hans Remsberger, ein Akronym, eigentlich ein Apronym, das ihm auch als Künstlername dient.

Fassen wir es nochmal in profaneren Worten kurz zusammen: Im Jahr 2007 trafen sich Hans Remsberger und Manfred Kissenberth auf Einladung des inzwischen verstorbenen Sängers Willy Herth bei einem Literaten, der damals in Miltenberg lebte. Es gab französische Pfannkuchen und die Geburt der Idee, im damals gerade eingerichteten Caritas-Treffpunkt Café fArbe einen Zeichenkurs zu installieren.

Heute, zehn Jahre später, können wir festhalten: Die Eierkuchen von damals sind längst verdaut, der Zeichenkurs aber hat sich zur Künstlergruppe gemausert, die auch mit verschiedenen Ausstellungen ein bereichernder Teil der Kunstszene in einer Kreisstadt wurde, die sonst im Ruf steht, in schier phobischer Abwehr fast nur die Blasmusik als Kunst gelten zu lassen. Das herausragende Museum auf der Burg kann da auch nicht retten, was gerettet werden müsste, zumal es jährlich nur sieben Monate geöffnet ist. Schon als Nicht-Blasmusiker sage ich: FarbMagie – bitte noch weitere 10 Jahre – und mehr!
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Widmung für Norbert Nimmrichter

Wieder einmal kam ein Buch in mein Eigentum. Das ist grundsätzlich nichts Absonderliches. Hier aber gibt es Besonderes. Der Reihe nach:

Im Jahr 2013 half der damalige Hausmeister des Museum.Burg.Miltenberg dem Künstler Thomas Lange (wohl bei der Einrichtung von dessen Einzelausstellung in besagtem Museum). Dafür schenkte der Künstler dem Handwerker einen Bildband mit einer Widmung, die auch den Satz beinhaltet „Niemals ohne Schraubenzieher!“ Die dazugehörende Zeichnung (Kugelschreiber und vermutlich Tee oder Kaffee als Farbe!) zeigt neben einem Gesicht und einem Kreuz (die Ausstellung hieß Via Crucis) auch besagten Schraubendreher.

Leider ist Norbert Nimmrichter, dem ich immer wieder bei oft künstlerischen Anlässen begegnet bin, bereits verstorben, viel zu früh. Aus seinem Nachlass ging dieser von Thomas Lange geschenkte und mit Widmung versehene Bildband durch Norberts Frau an Fred K, der nicht nur Künstler, sondern auch Nachbar der Nimmrichters ist. Dieser aber war der Meinung, dass ein Bildband über Thomas Lange bei mir besser aufgehoben wäre. Ich danke also Frau Nimmrichter sowie Fred K – und selbstverständlich auch Thomas Lange und Norbert für diese nette Geschichte über den Weg eines Buches bis zu mir!

Und an Norbert Nimmrichter seien alle, die ihn kannten, hier nochmal ausdrücklich erinnert.

Das besondere Museum

Gestern im Museum.Burg.Miltenberg mit Donna, Stéphanie und MALi. Zwei Stunden bester Austausch über die moderne Kunst in diesen ganz eigenen Kunsträumen, neue Ideen und Interpretationen zu einigen Bilder sowie die Erkenntnis: Das ist ein besonderes Museum, ein sehr eigenwilliges, ein hervorragend eingerichtetes, eines, das zum Wiederkommen reizt. Ich selbst war bisher 24mal in dieser Saison dort, in den letzten beiden Jahren jeweils rund 40mal. Ich empfehle es ausdrücklich! Also: Noch bis 1. November schnell mal hin, dann erst wieder ab 1. April 2018. Und: Besten Dank an die äußerst angenehmen und kunstinteressierten Begleiterinnen gestern!