Archiv der Kategorie 'KUNST: MUSIK'

Die Musik und der Verfassungsschutz


Nur Zufall? Hakenkreuz-Kleiderständer, gesehen und fotografiert von A. G. Soth 2013 – ein Beitrag zum Thema Totalitarismus

Bei Indymedia habe ich lange nichts mehr veröffentlicht, nachdem ich dort schlechte Erfahrungen mit Kommentatoren gemacht habe, die sich sogar weigerten, meinen Text – auf den sie mit Beleidigungen und Hass reagierten – überhaupt wirklich zu lesen. Nun ist mir aber das Thema „Musik und der bayerische Verfassungsschutz“ quasi vor die Füße gefallen, nachdem in Miltenberg die Band Sans Frontiéres spielte, die auch – wie ich dann mitgeteilt bekam – im Verfassungsschutzbericht für Bayern 2015 benannt ist. Beides – die erkennbare Absicht des VS und die pseudoradikale Phrase der Band – haben mich dann gereizt, wieder einen kleinen Beitrag zur Musik für Indymedia zu schreiben – zur Musik und ihrer Wirkung im Gesellschaftlichen.

Der Beitrag ist veröffentlicht bei INDYMEDIA und INDYMEDIA LINKSUNTEN.

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Meine Reaktion auf die Kommentare zum Beitrag gibt es hier.

Yohazid bringt Helligkeit ins dunkle Land

Alle seine zahlreichen bisher veröffentlichten Alben sind gut, viele sehr gut. Jetzt hat er wieder so eines gemacht, ein sehr gutes. Gemeint ist Yohazid, der Multi-Musiker aus Frankfurt am Main, dem weder Rap noch Experimental, weder Heavy Metal oder Rock noch Blues fremd sind, weder Liedermacherei noch … na, was ist das nun? Volksmusik wohl nicht, also nennen wir es mal „traditionelle deutschsprachige Lieder“, um dem untauglichen Begriff entkommen zu könne, ist diese „deutsche Volksmusik“ doch für alle Zeiten verbrannt. Zuerst wurden diese Lieder durch „braune Horden totgeschrien, Stiefel in den Dreck gestampft“ ( F. J. Degenhardt), dann kam die Kulturindustrie und machte aus „Volksmusik“ eine eklig-klebrige Unterabteilung des Schlagers, der auch sonst nach dem Krieg in Deutschland besonders übel und minderwertig wurde, nachdem sich das Fehlen jüdischer Komponisten und Texter merkbar machte und die zwölf toten Jahre der Kultur auch hier zur Verelendung der Kunst führten.
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„Nur noch trockene Nudeln zum Mittag“ – Interview mit TRASHRAVE-RECORDS

trashrave records ist das ultimative Möchtegern-Label für Electro & Punk und das aus dem Herzen der Langeweile: Miltenberg.“
Oder:
„Bei der ersten CD ist das noch lustig, sie besoffen zu verschenken. Später fragt man sich, wenn es nur noch trockene Nudeln zum Mittag gibt, wo eigentlich die ganze Kohle hingekommen ist. “
Und:
„Ich würde uns mittlerweile nicht mehr unbedingt als linkes Projekt sehen, sondern viel mehr als etwas, das politisch links wird bzw. bleibt, weil politische Menschen dahinter stecken. Und wir haben alle so unsere Baustellen, wo wir aktiv sind.“

Bei kommunal erschien ein Interview mit Hannes vom Label trashrave records. Ich durfe etwas mithelfen bei den Fragen und der endgültigen Durchsicht des Ergebnisses – und präsentiere daher voller Stolz den Link zu diesem Beitrag.

Walter Mossmann – der Räte-Romantiker von Wyhl

Gestern erfuhr ich, dass Walter Mossmann, ein für mich prägender Liedermacher, bereits am 29. Mai seinem Krebsleiden erlegen ist. Im Jahr 2004 besprach ich seine damals neu erschienene 4-CD-Box mit dem sachlichen Titel „Chansons, Balladen, Flugblattlieder, Cantastorie und Apokrüfen“ für die Zeitschrift analyse & kritik (Hamburg). Unter dem Titel „Der Räte-Romantiker von Wyhl“erschien mein Beitrag dort in der Ausgabe Nr. 486 am 20.08.2004. Anlässlich des Todes von Walter Mossmann stelle ich den Beitrag hier nochmals zur Verfügung und empfehle seine Lieder ausdrücklich.

Der Räte-Romantiker von Wyhl
CD-Set zum musikalischen Schaffen von Walter Mossmann

„Es scheint, dass jeder Mensch zur Lust am Leben Empörung gegen schlechtes Leben braucht.“ Dieses Zitat aus seinem Lied „Fehlanzeige“ (1982) könnte als Motto über dem Werk von Walter Mossmann stehen. Der 1941 geborene Träger des Deutschen Kleinkunstpreises (1983) war zwar auch Dichter, Autor, Radio- und Filmemacher, wurde allerdings vor allem durch sein umfassendes musikalisches Schaffen bekannt.
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Sinfonia senza precedenti?

Yohazid legt mit GETSEMANI – SEELENHEIL eine vermutlich neuartige musikalische Kategorie vor

Eigentlich, so gab er bekannt, wollte er nur „alle Stücke des Getsemani-Projekts zu einem Album“ zusammenfassen. Dieses Getsemani-Projekt ist so etwas wie Yohazids (das ist Johannes Giesemann) Solo-Experimental-Unternehmung. Ein Album ist das allerdings nicht wirklich, was er mit diesem auf Youtube gestellten Beitrag nun vorlegte. Denn das hätte so etwas wie abgrenzbare Einzeltitel verlangt, die schließlich auch dem Ganzen zugrunde liegen.
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Zum Problem, Hiphop gut zu finden

Das regionale Blog kommunal hat mich um einen Beitrag gebeten, der als Kommentierung eines Interviews anzusehen ist. Ich war erst skeptisch, nahm diese Anfrage aber dann zum Anlass, mich auch mal wieder etwas näher mit Hiphop zu beschäftigen.

In der Badewanne mit Karl Liebknecht – die neue CD von „das Stachel“

Für kommunal habe ich die neue CD von „das Stachel“ besprochen. Dass ich in der Rubrik „Danke und Grüße“ auf dem CD-Cover benannt werde, führt selbstverständlich nicht dazu, dass ich voreingenommen bin. Im Gegenteil: Ich habe wenigstens eine Ahnung, von was ich da schreibe! :-)

Noch Hoffnung – Neue CDs zum kostenfreien Download

Zur Verwendung in einem Musikportal geschrieben

Fabi Dubcek: Aus dem beschädigten Leben – Trashrave 2013

„Was wäre denn die Alternative zu Deutschland“, fragt am Anfang des Titelliedes ein Reporter. „Weltweiter Kommunismus“, bekommt er zur Antwort. Und das ist es: Fabi Dubcek hat noch Hoffnung.
Zu Gitarre und Mandoline, in sympathischer regionaler Spracheinfärbung, singt er manchmal in Deutsch, lieber aber in Englisch, erzählt von hier und anderswo – und das kann dann auch mal Tel Aviv sein, was dann doch wieder nach Deutschland zurückführt – zum Holocaust, zur Shoah. Acht Titel auf dieser Debut-EP; insgesamt: frisch, mit der nötigen Unperfektheit, gelungen.

Das Stachel: Zu wenig Schnaps. – Trashrave 2013

Auf die Live so umwerfende KBF REVOLTE folgt das Soloprojekt DAS STACHEL. „MC Mörderbeat“ produziert technisch perfekter, bleibt aber noch immer bei einer Punk-Attitüde, schiebt die Beats zu Lasten des Textes in den Vordergrund. „Nie wieder Deutschland“ kann dann schon mal ein kompletter Text sein. Ganz ohne Inhalt geht es aber nicht, auch wenn er reichlich plakativ daher kommt: Politik und Party.
Bei einzelnen Songs mit dabei sind Mr. Terror Bub und Mapec, der dann auch für den einzigen längeren neuen Text zuständig ist, bei dem Erich Mühsam zitiert wird. Remixt wird im letzten der sechs Titel nichts geringeres als EGOTRONIC!

Kostenfreie Downloads hier: http://trashrave.blogsport.de

Frei.Wild schon wieder

Die Pappnasen von Frei.Wild haben offenbar eine Fangemeinde, deren Größe von mir nie für möglich gehalten wurde.

Auf demblogdenjulialiest wurde über Frei-Wild kritisch berichtet; ich habe einen Kommentar angefügt, der sich mit dem absolut unsäglichen Heimat-Begriff der Frei.Wilderer beschäftigt.

„Kreativität ist der Feind des blinden Konsums“

Leicht überarbeitet habe ich den Beitrag, der sich vor allem mit der frühen Schaffensperiode von Yohazid (Johannes Giesemann) beschäftigt. Der Vollständigkeit halber sei der Beitrag, der in kürzerer Fassung andernorts schon zu lesen ist, hier in voller Länge dokumentiert.

„front: europa“ hieß die erste CD, die der damals 19jährige Johannes Giesemann beim Label tonträger & Tontraeger TONTRäger (t&TT) im April 2002 vorlegte. Im gleichen Jahr noch setzte er mit der völlig selbstproduzierten CD „Sonnenwind“ nach. Konnte bei „front:europa“ noch gefragt werden, ob dieser Giesemann vielleicht politisch links steht, so wurde dies bei der zweiten Scheibe endgültig klar: Giesemann ist ein Linker, der das Persönliche öffentlich macht, weil auch das Privateste politisch ist; und den das Öffentliche auch höchst privat, weil emotional betrifft.
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