Archiv der Kategorie 'KULTUR'

Endgültige Anmerkung zum deutschen Fernsehprogramm

ein sehr kurzer Kommentar

Wenn ich so werde, dass ich das deutsche Fernsehprogramm wirklich gut finde, dann weiß ich, dass der Prozess des geistigen Verfalls bei mir eingesetzt hat.

Bild: Mapec mit starker Körperbehaarung, noch immer nicht vom Fernsehprogramm überzeugt

Für die Bürgerinnen und Bürger statt für den Tourismus


Die Band KBF REVOLTE im Jugendzentrum Miltenberg

Kommentar zu einem Beitrag, der bei facebook und dann bei kunst.blogsport.de erschien.

Mit diesen Zeilen möchte ich dem obigen Beitrag nicht grundsätzlich widersprechen. Im Gegenteil: Es ist darin viel Richtiges angesprochen. Ich möchte dieses nur ergänzen.

Ob „Miltenberg das dort geplante Stadtarchiv, Museumsdepot und Jugendzentrum in dieser Form sowie Ausmaß wirklich braucht“, das darf angezweifelt werden. Aber: Miltenberg braucht ein Depot, wohl auch ein Archiv und braucht auch mehr an Jugendzentrum als bisher.

Aber der Reihe nach:
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Über die Unmöglichkeit der Liebe in den Zeiten des Kapitalismus

Ich erinnere mich, dass ich vor Jahrzehnten ein Gedicht hörte, in dem festgehalten wurde, dass da ein Mann erwähnte, er liebe sein Auto; und der Dichter fragte sich, wie er nun seiner Geliebten sagen solle, er liebe sie, wo doch andere den gleichen Ausdruck – Liebe – für ihre Fahrzeuge (!) verwenden. (mehr…)

Impressionen zur Sepulkralkultur

Auf dem Friedhof an der Laurentius-Kapelle Miltenberg habe ich in diesem Jahr einige Fotos gemacht. Daraus – und aus Musik von Yohazid – entstand dieser Beitrag zur Betrachtung unserer Kultur des Umgangs mit dem Tod. Ein – wie ich meine – wichtiges Thema, das hier aber nicht intensiv behandelt wird; vielmehr soll einmal mehr ein Denkanstoß in Richtung der Beschäftigung mit der eigenen Endlichkeit gegeben werden. Daher auch das Zitat am Ende des Videoclips.

Es handelt sich also nicht um eine künstlerische, sondern um eine Art journalistische Auseinandersetzung mit der Welt – bzw. ihrem persönlichen irdischen Ende. Und mit der alten Frage: Was kommt danach?

Einstürzende Altbauten

Woh­nen habe etwas mit dem alt­hoch­deut­schen Be­griff wonên (für „zu­frie­den sein“, „woh­nen“, „sein“, „blei­ben“) zu tun. Damit, so er­gibt ein Blick in Wi­ki­pe­dia, käme das Woh­nen sehr nahe an den Be­griff der Hei­mat heran. Das ist mir ein­leuch­tend. Zudem halte ich den Bau von Häu­sern und das Woh­nen darin für eine der ganz gro­ßen kul­tu­rel­len Leis­tun­gen der Mensch­heit. Zwar bauen be­reits be­stimm­te Tiere Nes­ter und Bau­ten, diese kom­men aber ganz und gar nicht an das heran, was wir Woh­nen nen­nen.

So beginnt mein Beitrag zum Thema Wohnen, der auf der regionalen Plattform kommunal veröffentlicht ist, da er sich exemplarisch mit der Kleinstadt Miltenberg beschäftigt. Die darin 2010 gemachten Feststellungen bleiben (leider) aktuell.

Was ist Heimat? Oder: Antwort auf eine nur scheinbar einfache Frage

Plädoyer für einen konkreten Heimatbegriff

Abstrakt bleibt Heimat immer dann,
wenn sie mit Begriffen wie Vaterland
oder Nation gleichgesetzt wird.
Eine Nation ist eine Ansammlung
von Ländereien, Menschen,
Produktions- und Kulturstätten.
Aber sie ist keine Heimat.

I.
Heimat ist der Ort, an dem noch niemand war, meinte der Philosoph Ernst Bloch.
Heimat ist da, wo die silbernen Tannen rauschen, der Hirsch röhrt und Margot und Maria Hellwig schlechte alte und noch schlechtere neue Lieder trällern. So wollen es wenigstens Heimatfilm und volkstümelnde Hitparade.
Heimat ist da, wo irgendwann einmal Deutsche siedelten. Und diese Heimat muss heim ins Reich. So der erklärte Wille deutscher Revanchisten und Neo-Nazis.
Was also ist dieses ominöse Etwas, das da Heimat heißt? (mehr…)

Zynismus

Was übrig bleibt, wenn notorische Dilettanten die bei Marx und anderen so gepflegte und damals wohl auch noch originelle Polemik nachäffen, das ist jener Zynismus, der das Leben gallig und die Trunksucht naheliegend macht. Nur besoffen hält sich der Zyniker aus, seine Umwelt schon lange nicht mehr; nicht er sie und nicht sie ihn. Das Hundertjahreabonnement der „Titanic“ gibt ihm sein Feierabendvergnügen. Der Debattierzirkel Gleichgesinnter wird ihm zum Familienersatz, wobei dort martialische Auseinandersetzungen häufiger sind als noch in der verklemmtesten Kleinfamilie.
Er, der Zyniker – nicht auch Sie, die Zynikerin? Erfahrungsgemäß ist Zynismus die letzte Männerbastion, der Versuch blöder Kerls, ihre Überlegenheit durch dünkelhaften Unfug zu belegen, intellektueller Machismo.
Abzugrenzen davon sind Satire, Kabarett und Humor. Und die Grenzen zwischen diesen und dem Zynismus sind nicht einmal fließend.

Hippies und Punks

Die Hippies waren die Punks zu einer Zeit, als es noch massenhaft Hoffnung gab. Die Punks waren die Hippies jener Zeit, die nur eine einzige Hoffnung kannte, die auf möglichst schnellen Untergang. Die Hippies waren erheblich bunter. – Ich war nie Hippie und nie Punk. Ich hoffe noch. – Und die Hippies von damals sind heute Sozialpädagogen oder Manager. Und die Punks sind heute Manager oder totgesoffen. – Ich bin kein Sozialpädagoge, kein Manager und auch nicht totgesoffen. Ich habe gewonnen.

Denk mal

Der Denkmalschutz ist eine ganz eigene – vermutlich deutsche – Erfindung. Ein imaginierter historischer Zustand, der mit dem konkreten Aussehen der Stadt in der Vergangenheit nichts zu tun hat, wird per Gesetz, Verordnung oder Satzung hergestellt. Angestrebt wird ein möglichst „hübsches“ und historisiertes Aussehen.
Warum? (mehr…)

Rauchen

Mir ist bekannt, dass es nicht zu angenehmen Reaktionen führt, wenn jemand Suchtmittelbenutzer ob ihres Suchtmittelbenutzens kritisiert. Die Reaktionen sind die von kranken Menschen, denen jemand das Wichtigste streitig machen will, das Lebenserhaltende („Mein Schatz“ sagt Gollum dazu). Na denn. (mehr…)