Archiv der Kategorie 'BEGEGNUNGEN'

In Erinnerung: Günther

Am Ende
doch ein Licht sehen.
Die Frage nach dem großen Vielleicht
mit „ja“ beantworten können.
Hoffnung.

(Mapec, ohne Titel, aus einem unveröffentlichten Manuskript)

Ich habe einige Fotos gefunden. Obern links sitzen wir – Günther und ich (links im Bild) – im August 1981 in der JUI, wie sowohl der Jugendtreff in der Alten Volksschule in Miltenberg hieß, als auch die Jugendinitiative abgekürzt wurde, also jene Gruppe, die damals in Selbstverwaltung den Treff betrieb. Obern rechts sieht man uns (ihn locker stehen, mich springend) beim Aufbau des WUTZSTOCK-Festivals im Juli 1981 in Breitendiel. Darunter ein Foto, das wir als „arrangierte Fotografie“ betrachten dürfen, aber wohl eher in kurioser als in künstlerischer Absicht, ebenfalls im August 1981 in der JUI.

Günther war einige Jahre jünger als ich. Am vergangenen Samstag verstarb er.

Man kann sich wortreich mit Scheitern, Leiden und Tod auseinandersetzen, im konkreten Fall aber bin zumindest ich ziemlich sprachlos. Und die Frage nach dem großen Vielleicht, nach dem danach … ich würde es so sagen: Günther, wir sehen uns. Bis dann!

Ausstellung Ben Willikens

Es ist mal wieder soweit. In meinem Museum vor der Haustüre steht eine neue Sonderausstellung an: Ben Willikens. Die Fotos oben entstanden noch vor der Beschriftung und endgültigen Hängung. Sie geben nur einen sehr schlechten Eindruck wieder von den tiefen und erhaben, aber auch kühl und ängstigend wirkenden Gemälden.
Ab Freitag dieser Woche ist die Ausstellung geöffnet. Hingehen: Museum.Burg.Miltenberg

Duo Henklein

Ernst Henklein betreibt heute das letzte Café in Katzhütte/Thüringen. Zu DDR-Zeiten war er so etwas wie ein Promi der (wie man im Westen gesagt hätte) volkstümlichen Musik. Das Café heißt nach seiner einstigen Band: Duo Henklein. Nun ist er frustriert. Kaum einer kennt ihn noch in Gesamtdeutschland; Katzhütte, das einst Ausflugsziel Tausender von Gästen war, ist nun dem Untergang geweiht und stirbt aus. Das konnten wir erfahren, als wir bei unserem Thüringen-Urlaub ganz zufällig auf Ernst Henklein in seinem Café trafen. Wir – Dagmar, MALi und ich – waren die einzigen Gäste.

Es sei im Folgenden belegt, dass die DDR-“Volks“musik auch nicht besser war als die im Westen. Schlechter auch nicht. Hört selbst:

Im Labyrinth-Garten

Eine der schönen Seiten der Kunst liegt darin, dass du niemals sagen kannst, du hättest schon alles gesehen. Überascht war ich in den letzten Tagen vor allem vom Garten der Labyrinthe in Kamsdorf/Thüringen. Darin nicht nur kleinere Labyrinthe mit ihrer besonderen Idee, die so garnichts mit den fälschlich gleichgesetzten Irrgärten zu tun hat, sondern aiuch viele Kunstwerke.
War übrigens eine schöne Zeit in Thüringen, auf die ich wohl nochmal eigehen werde. Danke an Dagmar und MALi.

Die Beschriftung war noch nicht angebracht …

… die Bilder für die neue Sonderausstellung hingen aber schon, als ich gestern im Museum.Burg.Miltenberg war. Ein Lob an Hausmeister Martin Ripperger, der trotz einiger Widrigkeiten die Bilder alle in gleicher Höhe hängen konnte. Dadurch – und selbstverständlich durch die Bildinhalte – entsteht ein sehr beruhigender, ein meditativer Eindruck, etwas also, das in unserer Zeit so wichtig und dem Trend der kapitalen Maschine wie des eventgeilen Freizeitverhaltens entgegengesetzt ist. Wenn die Vernissage herum sein wird, dann sind die Bilder von Udo Kaller bis 1. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Es ergeht schonmal eine Empfehlung.

Ein kleines Gespräch mit Museumsleiter Hermann Neubert am Tisch vor dem Imbiss-Kiosk auf der Mildenburg schloss sich gestern an und brachte einige Hinweise auf künftige Aktivitäten. Es bleibt sehr spannend im Miltenberger Burgmuseum (so viel sei verraten!).

Mit 12M26 bei Fritz Schaefler

Text übernommen aus kunst.blogsport.de

Wir hatten mit wenigen Teilnehmenden gerechnet, waren dann aber erfreut, dass zehn Menschen Interesse hatten, gemeinsam zur Ausstellung der expressionistischen Werke von Fritz Schaefler nach Aschaffenburg zu fahren. Im Kirchner-Haus führte uns Anne Hundhausen höchst informierend und begeisternd durch die Sammlung von Gemälden, Holzschnitten, Zeichnungen etc. Sie verglich das Werk des in Eschau (Kreis Miltenberg) geborenen Schaefler mit dem des in Aschaffenburg zur Welt gekommenen Ernst Ludwig Kirchner, wobei Letzterer insoweit besser abschnitt, als er kompromissloser, radikaler in seiner Kunst war.

Anschließend ging es noch in den Schlappeseppel zur Nachbesprechung der Ausstellung. Auch die Rückfahrt mit der Westfrankenbahn diente der Diskussion über das Gesehene, das Erlebte.

„Die Dinge hinter den Dingen“

Wieder, wie schon in den Jahren 2016 und auch 2017, war ich – diesmal mit Jutta und Jutta, Kerstin und Matthias – beim Aschermittwoch der Künstler (die Künstlerinnen kommen tatsächlich im Titel nicht vor) in Würzburg. Diesmal in der Kirche St. Kilian im Juliusspital und danach im Kulturspeicher, dem Kunstmuseum der Stadt Würzburg. Nach einer Kurzführung gab es das obligatorische Essen: Heringssalat mit Kartoffel, was wir dann auch dringend benötigten, denn der Magen hing schon ziemlich durch, zog sich doch alles wieder sehr in die Länge. Trotzdem: Es hat sich erneut gelohnt. Ein schöner Kunsttag, die Kirche ging demonstrativ nach außen, nutzte nicht das eigene Museum oder ein eigenes Tagungshaus, sondern eine öffentliche Einrichtung, das Museum der Stadt. Und zwei Tage später präsentierte die Diözese – rund ein Jahr früher als von mir erwartet! – den neuen Bischof. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
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Auf die Freundschaft!

Ende 2017 war ich mit einer kleinen (aber feinen) Gruppe der Initiative 12M26 in der Städel-Ausstellung zu Matisse und Bonnard. Was mich besonders faszinierte: diese Künstlerfreundschaft, die stets neidlos blieb und von großer gegenseitiger Anerkennung getragen war.

Ich werde vorschlagen, dass nach dem ersten Prost des Abends („Auf die Kunst!“) das zweite Prost „auf die Freundschaft!“ gehen soll bei unseren Stammtischen, die zur Erforschung der wahren Kunst dienen – und zu sonst nichts. Oder will da jemand anderes behaupten? Uns gar unterstellen, wir würden nur gepflegt einen heben wollen? Unsinn! Nichts als die Kunst ist unser Begehr … ähem.

Widmung für Norbert Nimmrichter

Wieder einmal kam ein Buch in mein Eigentum. Das ist grundsätzlich nichts Absonderliches. Hier aber gibt es Besonderes. Der Reihe nach:

Im Jahr 2013 half der damalige Hausmeister des Museum.Burg.Miltenberg dem Künstler Thomas Lange (wohl bei der Einrichtung von dessen Einzelausstellung in besagtem Museum). Dafür schenkte der Künstler dem Handwerker einen Bildband mit einer Widmung, die auch den Satz beinhaltet „Niemals ohne Schraubenzieher!“ Die dazugehörende Zeichnung (Kugelschreiber und vermutlich Tee oder Kaffee als Farbe!) zeigt neben einem Gesicht und einem Kreuz (die Ausstellung hieß Via Crucis) auch besagten Schraubendreher.

Leider ist Norbert Nimmrichter, dem ich immer wieder bei oft künstlerischen Anlässen begegnet bin, bereits verstorben, viel zu früh. Aus seinem Nachlass ging dieser von Thomas Lange geschenkte und mit Widmung versehene Bildband durch Norberts Frau an Fred K, der nicht nur Künstler, sondern auch Nachbar der Nimmrichters ist. Dieser aber war der Meinung, dass ein Bildband über Thomas Lange bei mir besser aufgehoben wäre. Ich danke also Frau Nimmrichter sowie Fred K – und selbstverständlich auch Thomas Lange und Norbert für diese nette Geschichte über den Weg eines Buches bis zu mir!

Und an Norbert Nimmrichter seien alle, die ihn kannten, hier nochmal ausdrücklich erinnert.

Das besondere Museum

Gestern im Museum.Burg.Miltenberg mit Donna, Stéphanie und MALi. Zwei Stunden bester Austausch über die moderne Kunst in diesen ganz eigenen Kunsträumen, neue Ideen und Interpretationen zu einigen Bilder sowie die Erkenntnis: Das ist ein besonderes Museum, ein sehr eigenwilliges, ein hervorragend eingerichtetes, eines, das zum Wiederkommen reizt. Ich selbst war bisher 24mal in dieser Saison dort, in den letzten beiden Jahren jeweils rund 40mal. Ich empfehle es ausdrücklich! Also: Noch bis 1. November schnell mal hin, dann erst wieder ab 1. April 2018. Und: Besten Dank an die äußerst angenehmen und kunstinteressierten Begleiterinnen gestern!