Archiv der Kategorie 'BEDENKENSWERT: ZITATE'

… packt mich ein Verlangen

Eines meiner früheren Lieblingszitate stammt aus einem Lied von Konstantin Wecker (aus dem Jahr 1977):

In diesen Nächten packt mich ein Verlangen,
das wie ein Feuer kommt, um all den Mist
und Wirrwarr meiner Seele zu durchwandern.
Doch ich versuche nicht, mich abzufangen,
weil es ganz sicherlich schon ein Verbrechen ist,
nicht so kaputt zu sein wie all die andern.

Gold und Mist

Reden ist Gold und schweigen ist Mist!

- MALi -

Da liegt sie richtig! Der bösartige Volksmund will es zwar anders wissen, wonach das Reden nur Silber sei und das Schweigen sei Gold, aber das ist nur der Lehrspruch für angehende Duckmäuser, deutsche Untertanen, erbärmliche Knechtskreaturen (die schon pathologisch ihr Maul halten) sowie Gefühlskrüppel (die nicht über ihre Gefühle sprechen können). Hingegen sage auch ich: Reden hilft, reden heilt, reden sorgt für Lustgewinn!

Sauberkeit und Lebensverschwendung

Ein wunderbar sauberes und sehr aufgeräumtes Haus ist ein untrügliches Zeichen – und zwar für ein völlig verschwendetes und sinnfreies Leben.

(Autor unbekannt)

Germanys Top-Ekel: Heidi Klum

Eine unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil bringt kleine Mädchen zum Weinen, indem sie ihre orthodoxe, hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochschwindelt, über ‚Persönlichkeit‘ redet, sich aber kaum mehr erinnern kann, was das ist, und sollte diese je zum Vorschein kommen, sie mit Rauswurf bestraft. Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nationale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge ‚Entscheidung‘ mitteilt und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man dann elegant und stilsicher, wie der Dichter sagt, sechs Sorten Scheiße aus ihr rausprügeln – wenn es bloß nicht so frauenfeindlich wäre.

Roger Willemsen über Heidi Klum

… der menschlichen Gesellschaft gefährlich

Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen Stunden und Monden nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüte und Frucht. […] und es wird ein Dekret erlassen, daß, wer sich Schwielen in die Hände schafft, unter Kuratel gestellt wird; daß, wer sich krank arbeitet, kriminalistisch strafbar ist; daß jeder, der sich rühmt, sein Brot im Schweiße seines Angesichts zu essen, für verrückt und der menschlichen Gesellschaft gefährlich erklärt wird.

Georg Büchner (1813 – 1837: Leonce und Lena, hier zitiert nach: Peter-Paul Zahl: Die Glücklichen. Schelmenroman. Rowohlt Taschenbuch Verlag, S. 153

Hoffnung

Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt.

Ernst Bloch

Zeit aus den Fugen & humorvolle Leichtigkeit

«Ich wollte gern eine radikale Geschichte über unsere Zeit erzählen, die aus den Fugen ist und sich den bösen Mantel der humorvollen Leichtigkeit überwirft.» Regisseurin und Drehbuchautorin Aelrun Goette zum letzten Bodensee-Tatort mit Eva mattes und Sebastian Bezzel (Erstausstrahlung heute).
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Die Wahrheit klingt nicht schön

Warren Buffett, Großinvestor (nach seinem eigenen Verständnis wohl: Angehöriger der Kapitalistenklasse), 2016 beträgt sein Vermögen ca. 60,8 Milliarden US-Dollar: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“ (zitiert nach Jutta Ditfurth: Zeit des Zorns; Original: ”There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” Interview mit Ben Stein, New York Times, 26.11.2006)

Adorno über Liebe

„Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.“

aus: Minima Moralia von Theodor W. Adorno

Bild:
Adornos Panzer
Mapec, 2016
Textmarker und Filzstifte auf Fotoausdruck
ca. 17 × 16,5 cm

Arten zu töten

Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten. Bertolt Brecht (Me-Ti. Buch der Wendungen)