Archiv der Kategorie 'AUS DER WERKSTATT'

Solidarität mit Franziskus!

Tatsächlich bin ich kein großer Freund von Online-Petitionen und dergleichen. Das ist recht unverbindlich, täuscht mehr vor, als es wirklich an Substanz hat, ist zu offensichtlicher Ersatz für wirkliches Engagement und wird daher kaum ernst genommen. Allerdings wusste ich bisher auch nicht so recht, wie ich meine Solidarität für den Kurs von Papst Franziskus ausdrücken und seinen reaktionären Gegnern eine einschenken könnte. Da kam mir dieser Online-Brief gerade recht, den ich heute als fünfundsechzigtausendsiebenhundertsiebenundfünfzigste Person unterzeichnete:

Hochgeschätzter Papst Franziskus!
Ihre pastoralen Initiativen und deren theologische Begründung werden derzeit von einer Gruppe in der Kirche scharf attackiert. Mit diesem öffentlichen Brief bringen wir zum Ausdruck, dass wir für Ihre mutige und theologisch wohl begründete Amtsführung dankbar sind.
Es ist Ihnen in kurzer Zeit gelungen, die Pastoralkultur der katholischen Kirche von ihrem jesuanischen Ursprung her zu reformieren. Die verwundeten Menschen, die verwundete Natur gehen Ihnen zu Herzen. Sie sehen die Kirche an den Rändern des Lebens, als Feldlazarett. Ihr Anliegen ist jeder einzelne von Gott geliebte Mensch. Das letzte Wort im Umgang mit den Menschen soll nicht ein legalistisch, sondern ein barmherzig interpretiertes Gesetz haben. Gott und seine Barmherzigkeit prägen die Pastoralkultur, die Sie der Kirche zumuten. Sie träumen von einer „Kirche als Mutter und Hirtin“. Diesen Ihren Traum teilen wir.
Wir bitten Sie, von diesem eingeschlagenen Weg nicht abzuweichen, und sichern Ihnen unsere volle Unterstützung und unser stetes Gebet zu.
Die Unterzeichnenden

Franziskus ist kein Befreiungstheologe. Und alle nötigen Veränderungen wird er nicht schaffen. Das werfe ich ihm aber auch nicht vor. Ebenso wenig, dass er auch nicht fehlerfrei ist. Er ist ein Mensch und will auch einer sein. Ich muss auch nicht mit jeder seiner Entscheidungen einverstanden sein. Nur gegen seine Feinde (ja, es sind mehr als nur Gegner) hat er unsere Solidarität redlich verdient!

Nachsatz: Ich habe hier konsequent die männliche Form gewählt, also keine gegenderte Schreibweise. Denn ich finde: In der katholischen Kirche macht das noch immer Sinn, die männliche Schreibweise zu nutzen, oder?

Zum Jahresende

Das Jahr neigt sich. Und zwar dem Ende entgegen. Die letzten Kunstgenüsse des Jahres: Kollwitz-Ausstellung im Kulturspeicher Würzburg (Bild oben), Museum am Dom ebendort (mit Krippenausstellung) und Kunst im Kloster Himmelspforten (Bild unten).

Für mich geht ein Jahr zu Ende, in dem ich mir mehr Ruhe verordnen musste, dennoch kam die Kunst nie zu kurz. So hatte ich selbst nur eine, dafür aber eine sehr interessante und mit fast vier Monaten recht lange Ausstellung.

Viele gute Kunstgenüsse alleine, mit Bekannten oder mit den Freundinnen und Freunden aus 12M26 bereicherten das Jahr, zahlreiche Ausstellungsbesuche und wenige Vernissagen (z.B. hier).

Ach ja, ein Buch hatte ich ja dieses Jahr auch noch herausgebracht (Vorsicht! Werbung).

Schließlich wurde ich erstmals ernsthaft mit dem „geführten Zeichnen“ konfrontiert, bei dem kein Führer führt, sondern das, was in uns ist, und danke Dagmar für Unterkunft und Verpflegung am Vortag des Seminartages – und für die guten Gespräche.

Es war auch persönlich ein bewegtes Jahr, das ich nun abschließen darf – wenn alles gut geht, mit einem gemeinsamen Besuch im Städel in Frankfurt.

Ich wünsche allen von Herzen einen guten Übergang nach 2018, ein rundum gutes Jahr mit lösbaren Herausforderungen.

ODILIE – Ausstellung beendet

Die Ausstellung ODILIE – ÜBERMALUNGEN ist nun nach fast vier Monaten zu Ende gegangen.

85 Personen nahmen den ausgelegten Flyer zur Ausstellung mit, zumindest einige hundert Menschen haben sie gesehen.

Anspruchsvolle Lyrik, frische Songs

Anspruchsvolle Lyrik, frische Songs – unter diesem Titel erschien am 26.09.2017 die Besprechung von Marco Burgemeister zu Lesung und Konzert von Mapec & Yohazid. Zitate daraus:
Tex­te aus ei­ge­ner Fe­der, von nach­denk­lich über iro­nisch bis hu­mor­voll, da­zu in­di­vi­du­el­le Mu­sik mit tol­len, weil nicht all­täg­li­chen An­sät­zen: Die Künst­ler Yo­ha­zid (Frank­furt) und Ma­pec (Mar­tin Pech­told, Mil­ten­berg) ha­ben dem Pu­b­li­kum im Ju­gend­club Thir­te­en am Frei­ta­g­a­bend ei­ne kur­z­wei­li­ge Mi­schung aus Kon­zert und Le­sung be­schert.
Die erste Hälfte des Abends bestand aus Lyrik. Beide lasen abwechselnd Werke aus ihrem reichhaltigen Repertoire. Mapec verstand es, durch gekonnte Betonungen, Gestik und mit passenden Requisiten auf dem Tisch die Anwesenden in seinen Bann zu ziehen.
So entpuppten sich „Anflehung des Geistes des Wassers“ aus dem esoterischen Bereich oder „Veränderung“ als wohl durchdachte Beobachtungen, Feststellungen oder geschickt ausformulierte Überlegungen. Es war eine Freude, Pechtolds Vorträgen zu lauschen. …
Die geforderte Zugabe Yohazids beschloss einen gleichermaßen unterhaltsamen wie künstlerisch hochwertigen Abend.

Mapec und Yohazid – Ankündigung in der Presse

Main-Echo/Bote vom Untermain, 20.09.17

Text:

Ein Abend mit Lesung und Konzert
Mapec und Yohazid im Jugendzentrum Thirteen

Un­ter dem Ti­tel »Yo­ha­zid feat. Ma­pec« ist am Frei­tag, 22. Sep­tem­ber, erst­mals im Ju­gend­zen­trum Thir­te­en in Mil­ten­berg (Main­stra­ße 13) ei­ne Le­sung mit an­sch­lie­ßen­dem Kon­zert zu er­le­ben. Ma­pec und Yo­ha­zid tei­len sich dort ab 19 Uhr die Büh­ne. Or­ga­ni­sa­to­rin ist Ca­ri­tas-Mit­ar­bei­te­rin Co­rin­na Fuchs, zu­stän­dig für den Be­trieb des Ju­gend­zen­trums. Der Ein­tritt ist frei.
Hinter dem Pseudonym Yohazid verbirgt sich der in Frankfurt lebende Johannes Giesemann. Er spielte in verschiedenen Hardcorebands Bass, Drumms und Gitarre und wirkt heute noch beim Hardcore-Schlager-Duo Schnulz mit. Parallel begann der vielseitige Künstler, Songs im Bereich Songs, Metal, Hardcore, Noise und Exeperimental alleine mit seiner Gitarre zu spielen, sowie vermehrt Texte zu schreiben. Sein Pseudonym »Yohazid« entstand, als ein geistig behinderter zehnjähriger Junge marokkanischer Herkunft am Arbeitsplatz von Giesemann, der Heilerziehungspfleger ist, versuchte, den Namen »Johannes« richtig auszusprechen.

Raum für Zufälle

Den Literaten Mapec kennt Yohazid seit 2001. Die beiden sind mehrfach zusammen aufgetreten und haben gemeinsam an CD-Projekten gearbeitet. Mapec schreibt seit seinem 13. Lebensjahr Texte, meist Lyrik und Kurzprosa, spielte aber früher auch Kabarett und ist heute zudem als bildender Künstler tätig.
Die gemeinsame Lesung verspricht laut veranstaltendem Caritasverband wieder eine Spannbreite an Texten, die von der Beschreibung gewöhnlicher und skurriler Begebenheiten bis hin zur Beschäftigung mit realen Problemen und Grausamkeiten reichen können. Wie bei Yohazid und Mapec üblich, wird das Programm vorher nicht gemeinsam geprobt, sondern nur oberflächlich abgesprochen, so dass dem Zufall und der Spontaneität Raum gelassen wird.

Medien-Info zu Lesung und Konzert mit Mapec & Yohazid

Lesung und Konzert im Jugendzentrum Miltenberg
Caritas-Mitarbeiten Corinna Fuchs: Immer mal Neues wagen

Eine Lesung mit anschließendem Konzert – diese interessante Variante gab es im Miltenberger Jugendzentrum, das durch den Caritasverband im Auftrag der Stadt geleitet wird, bisher noch nicht. „Yohazid feat. Mapec“ heißt es nun, wenn dieses Unterfangen erstmals in Angriff genommen wird. Caritas-Mitarbeiterin Corinna Fuchs, zuständig für den Betrieb des Jugendzentrums, versucht auch hier, neue Wege zu gehen, um ein abwechslungsreiches Programm gestalten zu können.
(mehr…)

ODILIE – ÜBERMALUNGEN in der Zeitung

Heute in Bote vom Untermian (Miltenberg) und Main-Echo (Obernburg) ein bericht über meine Odilien-Übermalungen in St. Jakobus d.Ä. in Miltenberg. Danke an Marco Burgemeister für den ausführlichen und guten bericht.

Odilie Übermalungen – Vitrine ist gestaltet

Seit 25. August ist die Vitrine in St. Jakobus, Miltenberg gestaltet. Mehr dazu hier.

Kleine Diskussion

Weil der Beitrag schon ein paar Tage her ist, sei auf die kleine Diskussion hingewiesen, die sich auf das Gedicht „Über Faschisten“ entwickelte.

Politik? Ja …

Politik – das ist doch sowas Klebriges und Unschönes. Wer will denn damit zu tun haben? Ich nicht. Doch dann kommt es immer wieder anders. Auf der Suche nach der Schönheit des Spirituellen, nach der Kraft des Kreativen, nach der Hilfe des Humors oder nach der Lust an der Liebe komme ich doch nicht an dem vorbei, was uns das Leben so beklommen macht, so unfertig und verwundet, so falsch und oberfalsch: Politik und Ökonomie.

Und so vertreibe ich mir die Zeit – nein: so ringe ich mir die Worte ab, um diesen ganzen Scheiß zu beschreiben, der meiner Seele, meiner Psyche, meinen Leib und meinem Verstand angetan wird. Es entstanden dabei in jüngster Zeit zwei Gedichte über die Vorkommnisse in Hamburg, besser: über die Diskussion der Vorkommnisse in Hamburg. Eine Diskussion, die viel über Interessen sagt, über Neid und über reaktionären Untertanengeist (Sigmund Freud hätte sich in seiner Idee von den deutschen Sekundärtugenden mal wieder bestätigt gefühlt!).

Zu finden sind meine bescheidenden Versuche, das ganz unbescheiden Ekelhafte zu beschreiben HIER und HIER.

Politik? Ja, irgendwie … Aber bitte: Ich kann nix dafür, ich habe das nur vorgefunden, nicht gemacht!