Archiv der Kategorie 'TEXTE'

Unterschiede

eine zwangsläufig vereinfachte Betrachtung

Die Griechen regen sich über die Regierung auf.
Die Franzosen regen sich über ihre Chefs auf.
Die Deutschen regen sich über das Wetter auf.

Die Griechen gehen zur Demonstration.
Die Franzosen gehen, ihre Chefs einzusperren.
Die Deutschen gehen zum Public Viewing

und reden von „wir“, wenn elf deutsche Millionäre
einem Ball nachjagen.

Der obige Text stammt aus „Am Anfang war das Wort“, meinem Buch aus dem Jahr 2017. Ich wurde gescholten ob dieser Zeilen. Ich mache es mir zu einfach, das sei nicht so, wäre zu klischeehaft. Und was der Vorwürfe mehr waren. Nun, ich behaupte heute mehr denn je: Ich sehe das völlig richtig. Die aktuelle Situation in Frankreich verglichen mit der relativen Friedhofsruhe in Deutschland – trotz Reallohnverlusten, Hartz IV mit Sanktionen bis weit unter das Existenzminimum und bedenklich niedrigem Mindestlohn, trotz Politikerempfehlungen, das Arbeitslosengeld II zu senken und Aktien zur Alterssicherung zu kaufen (welch ein Wahn!), trotz massenweise zu erwartender Altersarmut usw. – wer da nicht auf obige Zeilen kommt bzw. diesen zustimmen mag, der (oder die) ist … keine Ahnung … aber vermutlich irgendwie umnachtet oder lebt auf einem anderen Planeten.

Trilogie über jene deutsche Stadt

aus gegebenem Anlass

1

Sehend die Bilder, hörend die Worte,
erfahre ich, was da passierte ist
im August in jener deutschen Stadt:
Ein Mensch starb in einer Auseinandersetzung.
Beteiligt waren Männer mit unterschiedlichen Pässen.
Daraufhin wurde Trauer gezeigt, kaum glaubhaft,
zeigte sich doch der politische Grund
jener vermeintlichen Trauer, zeigte sich Hass,
zeigte sich auch der „deutsche Gruß“,
zeigte sich Jagd auf Andersfarbige, Andersdenkende.
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Zum neuen Jahr 2018

Es komme nun ein gutes Jahr,
viel besser als das alte war.
Ich wünsch uns das.

Jedes Problem, ob groß, ob klein
soll unbedrohlich lösbar sein.
Das wär doch was!

Damit wir dann zum Ende sagen:
Es gab mehr Antworten als Fragen.
Drum heb das Glas!

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Am Anfang war das Wort – ein Buch von Mapec

Seit gestern erhältlich:
Am Anfang war das Wort
80 Seiten, Paperback 21,5 × 13,5 cm
edition ende der ausbaustrecke, Frankfurt/Main
8,-- Euro / 10,-- Euro mit Verpackung/Versand

Das Buch bietet Lyrik und Kurzprosa aus mehr als drei Jahrzehnten; alles, was ich aus dem reichhaltigen Fundus für wert hielt, hier zusammengetragen zu werden. Der Vertrieb läuft direkt über mich.

Über Faschisten


Särge für Flüchtlinge, ertrunken im Mittelmeer, nach einem Foto von Pro Asyl

„Diese vermummten Linksfaschisten zerstören die Autos“
sagt Jens Spahn, CDU-Bundestagsabgeordnerter über randalierende Demonstranten in Hamburg 2017

Die Faschisten zerstören Menschenleben,
die „Linksfaschisten“ aber Autos.
Das ist viel schlimmer!

Die Faschisten brennen Flüchtlingsunterkünfte an (mit Menschen drin),
die „Linksfaschisten“ brennen Autos ab (ohne Menschen drin).
Das ist viel gewalttätiger!

Die Faschisten applaudieren, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen,
die „Linksfaschisten“ wollen das sogar noch verhindern, das Ersaufen.
Das ist sehr verwerflich!

Die Faschisten sind mit der Wirtschaftsordnung ziemlich zufrieden,
die „Linksfaschisten“ wollen das alles verändern.
Das geht überhaupt nicht!

Jens Spahn ist ein ausgewiesener Demokrat und Christ.
Die „Linksfaschisten“ sind Nazis und nach Schwefel stinkende Antichristen.
Stimmt aber auch nicht.

Herr Spahn ist ein gut bezahlter wort-militanter Wahlkämpfer.
Die „Linksfaschisten“ sind unbezahlte Überzeugungstäter oder arme Kerle.
Das zumindest stimmt aber.

Distanzierung

1
Nach der jüngsten Auseinandersetzung

zwischen
der Polizei mit Wasserwerfern,
Helmen und Körperpanzern,
Schlagstöcken und Kampfgas,
gepanzerten Fahrzeugen und Maschinenpistolen
einerseits
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Der Stern

Der Stern

1

Erhelle, Stern, diese Welt,
zu unserem Gefallen.
Leuchte, Stern, über die Welt,
gebe Dein Licht uns allen.
Werfe Licht, Stern, auf den Weg,
damit wir nicht mehr fallen.

2

Schaue doch hinauf zum Stern,
denn er leuchtet nur für dich.
Ich suche mir einen Stern,
denn dann blinkt er nur für mich.
Der Weihnachtsstern jedoch, der 
scheint auf sie, ihn, mich und dich.

(Text für die Weihnachtskarte des Caritasverbandes Miltenberg, 2016)

Weihnachtswunsch

Ein Weihnachtswunsch:
Leben einpflanzen

Leben einpflanzen,
damit Veränderung
wächst. Und an die
Wurzel gehen. (Radikal.)

aus Mapecs Weihnachtskarte 2016, s. Foto oben
(analog an ca. 70 nette Menschen gegeben und digital an gut 90 Empfängerinnen und Empfänger des Mapec-Rundbriefes versandt)

Der Engel

Unsichtbar – dennoch ganz da
Begleitend – und nicht aufdringlich
Beistehend – düstere Zeiten erhellend
Freund – schon immer da
Das ist mein Engel, geschickt verkleidet, selten erkennbar.

Herausfordernd – um zu lernen
Unangenehm – damit ich widerspreche
Widersprechend – womit Lösungen wachsen
Gegner – der Freund wird
Auch das ist mein Engel, nicht immer angenehm, dennoch hilfreich.

Leuchtend – von anderer Welt
Bittend – wenn ich verstumme
Tröstend – gegen meine Angst
Hoffnung – die mir bleibt
Das macht der Engel, der in mir ist,
heilend und gut.

cut-up Yohazid

Aus Teilen von Blogeinträgen in yohazid.com hab eich vor einiger Zeit einen cut-up-Text erstellt. Veröffentlicht ist er – nochmal durchmixt – auf Youtube als Clip, unterlegt mit einigen Fotos von Yohazid (s. unten).

Schön zusammengefasste Yohazid-Texte gibt es in seinem PDF-Buch NICHT ON MARS.

Und hier nun cut-up Yohazid:

save our souls
cut-up Yohazid
Remix von Teilen aus Blogeinträgen in yohazid.com

Schon als Kind hatte ich dieses Gefühl. Ich besaß eine Hörspielkassette, in welcher der Protagonist ge­zwungen war, sein übervölkertes Heimatland zu verlassen. Acht Uhr morgens, und der Mann, der da apa­thisch vor dem Spiegel am Waschbecken steht, hat bestimmt noch beschissener geschlafen als ich. Jeden Tag saß ich in der S-Bahn und empfand die ganze Welt als unglaublich trostlos und einfach nur schwarz. Ich darf mal wieder auftreten. Mal wieder im schönen Miltenberg. (mehr…)