Archiv der Kategorie 'TEXTE'

Über Faschisten


Särge für Flüchtlinge, ertrunken im Mittelmeer, nach einem Foto von Pro Asyl

„Diese vermummten Linksfaschisten zerstören die Autos“
sagt Jens Spahn, CDU-Bundestagsabgeordnerter über randalierende Demonstranten in Hamburg 2017

Die Faschisten zerstören Menschenleben,
die „Linksfaschisten“ aber Autos.
Das ist viel schlimmer!

Die Faschisten brennen Flüchtlingsunterkünfte an (mit Menschen drin),
die „Linksfaschisten“ brennen Autos ab (ohne Menschen drin).
Das ist viel gewalttätiger!

Die Faschisten applaudieren, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen,
die „Linksfaschisten“ wollen das sogar noch verhindern, das Ersaufen.
Das ist sehr verwerflich!

Die Faschisten sind mit der Wirtschaftsordnung ziemlich zufrieden,
die „Linksfaschisten“ wollen das alles verändern.
Das geht überhaupt nicht!

Jens Spahn ist ein ausgewiesener Demokrat und Christ.
Die „Linksfaschisten“ sind Nazis und nach Schwefel stinkende Antichristen.
Stimmt aber auch nicht.

Herr Spahn ist ein gut bezahlter wort-militanter Wahlkämpfer.
Die „Linksfaschisten“ sind unbezahlte Überzeugungstäter oder arme Kerle.
Das zumindest stimmt aber.

Distanzierung

1
Nach der jüngsten Auseinandersetzung

zwischen
der Polizei mit Wasserwerfern,
Helmen und Körperpanzern,
Schlagstöcken und Kampfgas,
gepanzerten Fahrzeugen und Maschinenpistolen
einerseits
(mehr…)

Der Stern

Der Stern

1

Erhelle, Stern, diese Welt,
zu unserem Gefallen.
Leuchte, Stern, über die Welt,
gebe Dein Licht uns allen.
Werfe Licht, Stern, auf den Weg,
damit wir nicht mehr fallen.

2

Schaue doch hinauf zum Stern,
denn er leuchtet nur für dich.
Ich suche mir einen Stern,
denn dann blinkt er nur für mich.
Der Weihnachtsstern jedoch, der 
scheint auf sie, ihn, mich und dich.

(Text für die Weihnachtskarte des Caritasverbandes Miltenberg, 2016)

Weihnachtswunsch

Ein Weihnachtswunsch:
Leben einpflanzen

Leben einpflanzen,
damit Veränderung
wächst. Und an die
Wurzel gehen. (Radikal.)

aus Mapecs Weihnachtskarte 2016, s. Foto oben
(analog an ca. 70 nette Menschen gegeben und digital an gut 90 Empfängerinnen und Empfänger des Mapec-Rundbriefes versandt)

Der Engel

Unsichtbar – dennoch ganz da
Begleitend – und nicht aufdringlich
Beistehend – düstere Zeiten erhellend
Freund – schon immer da
Das ist mein Engel, geschickt verkleidet, selten erkennbar.

Herausfordernd – um zu lernen
Unangenehm – damit ich widerspreche
Widersprechend – womit Lösungen wachsen
Gegner – der Freund wird
Auch das ist mein Engel, nicht immer angenehm, dennoch hilfreich.

Leuchtend – von anderer Welt
Bittend – wenn ich verstumme
Tröstend – gegen meine Angst
Hoffnung – die mir bleibt
Das macht der Engel, der in mir ist,
heilend und gut.

cut-up Yohazid

Aus Teilen von Blogeinträgen in yohazid.com hab eich vor einiger Zeit einen cut-up-Text erstellt. Veröffentlicht ist er – nochmal durchmixt – auf Youtube als Clip, unterlegt mit einigen Fotos von Yohazid (s. unten).

Schön zusammengefasste Yohazid-Texte gibt es in seinem PDF-Buch NICHT ON MARS.

Und hier nun cut-up Yohazid:

save our souls
cut-up Yohazid
Remix von Teilen aus Blogeinträgen in yohazid.com

Schon als Kind hatte ich dieses Gefühl. Ich besaß eine Hörspielkassette, in welcher der Protagonist ge­zwungen war, sein übervölkertes Heimatland zu verlassen. Acht Uhr morgens, und der Mann, der da apa­thisch vor dem Spiegel am Waschbecken steht, hat bestimmt noch beschissener geschlafen als ich. Jeden Tag saß ich in der S-Bahn und empfand die ganze Welt als unglaublich trostlos und einfach nur schwarz. Ich darf mal wieder auftreten. Mal wieder im schönen Miltenberg. (mehr…)

Schneewittchen – wie es wirklich war

Es ist schon länger her, dass ich mich kabarettistisch betätigt habe. Doch den Schneewittchen-Text aus meiner Kabarett-Phase habe ich auch später noch gerne verwendet. Die Erwähnung von „Außenzwerg Welle-Western“ mag verdeutlichen, in welcher Zeit der Text letztmalig umgearbeitet wurde. Hier wird er nun, quasi als Abschluss, auch ins Internet gestellt. Das Thema aber bleibt leider aktuell.

Schneewittchen – wie es wirklich war

Einst lebte im fernen Märchenlande eine schöne, weltoffene und allseits beliebte Prinzessin. Nein, es war nicht Charlène von Monaco, sondern Schneewittchen. Sie war nicht nur schön, sondern auch höchst menschlich und demokratisch eingestellt und wollte die Monarchie mit Stumpf und Stiel abschaffen. Folter und Verfolgung sollten endgültig der Vergangenheit angehören, meinte nicht nur sie. Und wie viele andere wurde auch Schneewittchen von der brutalen Geheimpolizei verfolgt, die einen Namen trug, der so lang wie der Geheimdienst skrupellos war: Sicherheits-Team in effektiver Form mit Unterdrückung, Terror und Trauma zum Erhalt der Regierung, abgekürzt STIEFMUTTER. (mehr…)

Über Intelligenz und Mitgefühl

Und es fehlt diesen Menschen an Intelligenz. Wenn sie ein Kreuzworträtsel lösen, dann nennen sie sich klug. Das ist ihre Intelligenz.

Und es fehlt diesen Menschen vor allem an Mitgefühl. Wenn sie eine schwerkranke Katze erschlagen, dann halten sie dies für Erbarmen. Das ist ihr Mitgefühl.

Mapec satirisch

Schon seit meinem dreizehnten Lebensjahr schreibe ich Texte – Gedichte und Kurzprosa, Beiträge fürs Kabarett etc. Veröffentlicht wurden diese auch; in kleineren und größeren Zeitschriften oder im Internet, z.B. bei Titanic und ebenda .

Capri ist nicht Lampedusa

Capri ist nicht Lampedusa – ein Text von mir, 2012 (oder sogar früher) geschrieben – wurde leider mal wieder durch die brutale Realität bestätigt. Rund 300 Flüchtlinge sind vor der Insel Lampedusa bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen, getötet durch das europäische Grenzregime. Im regionalen Blog kommunal wurde mein Text nun veröffentlicht.