Archiv für November 2018

Und jetzt Meditation!

Am Mittwoch in Würzburg mit Martina; Museum am Dom, das obligatorische indische Essen, Dom mit Sepultur und Krypta, Augustinerkirche; dort die Meditationswand in gold, siehe oben. Und jetzt dürft ihr alle mal eine Runde kontemplieren: Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe … und dann noch Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe Ruhe …

Ansprache zur Ausstellungseröffnung „gestern heute“

am 10. November 2018

Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie ganz herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „gestern heute“. Lassen sie mich zuerst einige Betrachtungen über die Lage in Deutschland 2018 anstellen, bevor ich auf die heutige Ausstellung eingehe. Ich möchte diese damit in den nötigen Zusammenhang stellen.

Ersten: Wir leben in Zeiten, in denen sich die ideologischen Versatzstücke des längst vergangen Geglaubten wieder brutal in den öffentlichen Diskurs drängen. Rassismus, Antisemitismus, offener Hass auf Andersdenkende, auf kritische Journalistinnen, bekennende Demokraten, auf Linke, auf anders Lebende wie Obdachlose oder Punks sind längst wieder salonfähig geworden. Die erreichten Rechte von Frauen, Schwulen und Lesben, Trans- und Intersexuellen sollen – so der Wunsch, der sich nicht nur im Internet hasserfüllt breitmacht – zurückgedrängt werden. Das Phänomen „arm trotz Arbeit“ nimmt zu, und aus Arbeitslosengeld wurde ein sanktionsbewährtes Druckmittel, um Menschen gefügig zu machen, wirklich jeden Job anzunehmen – alles, um im Standort Deutschland möglichst hohen Profit zu erzielen. Bürgerliche Freiheiten und Selbstverständlichkeiten werden zur Disposition gestellt, wenn sie das stören könnten, was als deutsche Lebensart herbeiphantasiert wird, wenn dies zu Abschottung und vermeintlicher Sicherheit dienlich erscheint.
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Aller guten Dinge sind viele

In diesem Fall, der nun zu schildern sein wird, sind es genau 38. Denn so oft war ich von Ostern bis Allerheiligen im MBM, dem Museum.Burg.Miltenberg. Nein, verrückt bin ich nicht. Auch nicht sonderlich exzentrisch. Es ist nur so, dass dieses Museum, das ich hier schon vielfach erwähnt habe, einfach ein wunderbarer Ort des Rückzugs, der Kunstbetrachtung, der Kontemplation, des Kunstschaffens (ich zeichne dort gerne) und des Ausruhens ist. Diese Eremitage bürgt für wunderbare Urlaubsstunden zwischendurch, denn die krawallartig in Miltenberg einfallenden Terrortouristen verirren sich sehr selten hierher – und die Miltenberger habe keine Ahnung von Kunst und bleiben daher dem MBM fern.

An Ostern 2019 geht es weiter. Ich hoffe, wir sehen uns dann mal im MBM. – Oder doch lieber nicht. Lasst mich einfach dort in Ruhe!

Foto: MBM