Handyverbot an Schulen in Frankreich


Ganz wichtig bei der Smartphone-Nutzung: Essen ablichten und das Foto präsentieren (hier übrigens wirklich gutes Essen von MALi!)

Zum Beitrag Handyverbot an Schulen in Frankreich: Nur wenige Ausnahmen aus der TAZ.

Auf Smartphones wird – neben dem Wegdriften des Geistes aus dem Unterricht – auch nur das digital nachgebildet, was meist auch in der realen Welt‎ existiert. Daher meine Frage zum Kommentar der TAZ zum französischen Gesetz: ‎Waren analoges Briefeschreiben, Zeitungslesen, Schachspielen, in Einkaufskatalogen blättern und nebenbei Urlaubsfotos anschauen jemals im Schulunterricht erlaubt? Und warum soll dies heute nicht mehr als Ablenkung aufgefasst werden? Nur weil dies in einem strombetriebenen Kästchen geschieht, soll es plötzlich eine notwendige Vorbereitung auf das Leben außerhalb der Schule sein?

Es stimmt aber, wer im Deutsch- oder Englischunterricht vom Smartphone abgelenkt war, versteht natürlich nachher die PDF-Bedienungsanleitung solcher Geräte nicht, die‎ ihn erst vom Lernen abgehalten haben. Da bekommt ein zusätzlicher Unterricht für Kleincomputern Sinn – am besten mit anschaulichen Zeichnungen, Emojis und modernen Piktogrammen zum Klicken und Kichern – so als Nachhilfe und Förderunterricht für eine Art alternatives Deutsch und Englisch.

Also, der Versuch Kinderverblödung und Suchterzeugung auszubügeln, nennt sich jetzt in der TAZ ‎Kompetenzunterricht für digitale Medien: Dumm werden, heißt jetzt schlau sein. Das erinnert stark an George Orwells Neusprech in seinem Roman 1984: „Krieg ist Frieden. Frieden ist Krieg.“

Warum wird ein Klick auf das, was Dritte(! -> Informatiker) programmieren, ‎zu einer Handlung erhoben, die persönliche Kompetenz über digitale Medien verleiht? Wird durch Klicken auf Plasmabildschirmchen etwa eine magische Aktion im Gehirn ausgelöst, die einem Wissen in Programmiersprachen und Hardware zuteil werden lässt? Das wäre ja so, als ob mehrmaliges Drücken auf einen Klingelknopf, einer Ausbildung zum Elektroingenieur gleichkommt.

Und welches Pixi-Buch haben Politiker*innen eigentlich durchgeblättert, das sie zu Spezialisten für Gehirnphysiologie‎ hat werden lassen?

Das französische Gesetz zur Smartphone-Abwehr ist in meinen IT-Augen richtig, die Deutschen neigen eher zu Experimenten an lebenden Kindern.

Eine IT-Kraft, die aus beruflichen Gründen anonym bleiben will.


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