Archiv für Januar 2018

Kruzifix – erster Arbeitsschritt

Das Kruzifix (im Second-Hand-Markt für einen Euro erstanden) liegt auf einer Art Pergamentersatz (war wohl mal als Butterbrotpapier eingekauft worden und befindet sich nun im Papiervorrat in meinem Atelier). Die Farben sind Acryl, Tinte und Sprühlack. Das Papier wurde nach der Trocknung entfernt. Was wir hier sehen ist also der erste Arbeitsschritt. Das Kruzifix – keine 30 cm hoch – wird wohl in meine neueste Werkphase eingehen. Dazu demnächst mehr.

Das Stachel feat. Mapec: Wohl bekomms


aus der 7-Track-CD (free download) „Gute Reise“ von Das Stachel, 2018
http://trashrave.blogsport.eu/
Kompletter Download: https://soundcloud.com/das-stachel

Das Stachel feat. Mapec:

Zwischen allen Stühlen

Beim Hinweis auf Facebook zur Verlinkung meines letzten Beitrags habe ich Folgendes angefügt:

Ja, ich mute einigen von Euch mal wieder was zu: ein Lob auf einen Kirchenmann. Aber so bin ich nunmal: sitzend zwischen allen Stühlen. Den herkömmlichen Christinnen und Christen zu links, den Linken zu christlich, den Parteivertretern zu unparteilich, den Parteilosen zu parteiergreifend, den ewigen Zauderern zu forsch und den neoliberal-nassforschen Hasardeuren zu nachdenklich. Aber da – zwischen den Stühlen – kann man auch nicht von einem Stuhl runterfallen. Auch was wert.

Solidarität mit Franziskus!

Tatsächlich bin ich kein großer Freund von Online-Petitionen und dergleichen. Das ist recht unverbindlich, täuscht mehr vor, als es wirklich an Substanz hat, ist zu offensichtlicher Ersatz für wirkliches Engagement und wird daher kaum ernst genommen. Allerdings wusste ich bisher auch nicht so recht, wie ich meine Solidarität für den Kurs von Papst Franziskus ausdrücken und seinen reaktionären Gegnern eine einschenken könnte. Da kam mir dieser Online-Brief gerade recht, den ich heute als fünfundsechzigtausendsiebenhundertsiebenundfünfzigste Person unterzeichnete:

Hochgeschätzter Papst Franziskus!
Ihre pastoralen Initiativen und deren theologische Begründung werden derzeit von einer Gruppe in der Kirche scharf attackiert. Mit diesem öffentlichen Brief bringen wir zum Ausdruck, dass wir für Ihre mutige und theologisch wohl begründete Amtsführung dankbar sind.
Es ist Ihnen in kurzer Zeit gelungen, die Pastoralkultur der katholischen Kirche von ihrem jesuanischen Ursprung her zu reformieren. Die verwundeten Menschen, die verwundete Natur gehen Ihnen zu Herzen. Sie sehen die Kirche an den Rändern des Lebens, als Feldlazarett. Ihr Anliegen ist jeder einzelne von Gott geliebte Mensch. Das letzte Wort im Umgang mit den Menschen soll nicht ein legalistisch, sondern ein barmherzig interpretiertes Gesetz haben. Gott und seine Barmherzigkeit prägen die Pastoralkultur, die Sie der Kirche zumuten. Sie träumen von einer „Kirche als Mutter und Hirtin“. Diesen Ihren Traum teilen wir.
Wir bitten Sie, von diesem eingeschlagenen Weg nicht abzuweichen, und sichern Ihnen unsere volle Unterstützung und unser stetes Gebet zu.
Die Unterzeichnenden

Franziskus ist kein Befreiungstheologe. Und alle nötigen Veränderungen wird er nicht schaffen. Das werfe ich ihm aber auch nicht vor. Ebenso wenig, dass er auch nicht fehlerfrei ist. Er ist ein Mensch und will auch einer sein. Ich muss auch nicht mit jeder seiner Entscheidungen einverstanden sein. Nur gegen seine Feinde (ja, es sind mehr als nur Gegner) hat er unsere Solidarität redlich verdient!

Nachsatz: Ich habe hier konsequent die männliche Form gewählt, also keine gegenderte Schreibweise. Denn ich finde: In der katholischen Kirche macht das noch immer Sinn, die männliche Schreibweise zu nutzen, oder?

Auf die Freundschaft!

Ende 2017 war ich mit einer kleinen (aber feinen) Gruppe der Initiative 12M26 in der Städel-Ausstellung zu Matisse und Bonnard. Was mich besonders faszinierte: diese Künstlerfreundschaft, die stets neidlos blieb und von großer gegenseitiger Anerkennung getragen war.

Ich werde vorschlagen, dass nach dem ersten Prost des Abends („Auf die Kunst!“) das zweite Prost „auf die Freundschaft!“ gehen soll bei unseren Stammtischen, die zur Erforschung der wahren Kunst dienen – und zu sonst nichts. Oder will da jemand anderes behaupten? Uns gar unterstellen, wir würden nur gepflegt einen heben wollen? Unsinn! Nichts als die Kunst ist unser Begehr … ähem.

Zum neuen Jahr 2018

Es komme nun ein gutes Jahr,
viel besser als das alte war.
Ich wünsch uns das.

Jedes Problem, ob groß, ob klein
soll unbedrohlich lösbar sein.
Das wär doch was!

Damit wir dann zum Ende sagen:
Es gab mehr Antworten als Fragen.
Drum heb das Glas!

Das Tischfeuerwerk hatte so bedrohliche Namen wie „Horrorbombe“ oder – noch viel schlimmer! – „Spaßbombe“. Wir ließen uns dennoch nicht davon abhalten. So ab halb Zwölf verschickten wir das obige Gedicht an viele nette Menschen. Danach bestaunten wir die Produktion von massenweise Feinstaub und die Verpuffung von ebenso massenweise Geld, sprich: das Neujahrsfeuerwerk, das meine etwas verrückte Katze Lingling diesmal völlig berechtigt total verängstigte und dazu brachte, sich zitternd im Flur in eine Ecke zu setzen. Ich streichelte sie und bemerkte mal wieder, wie unglaublich lange sie anhält, diese Phase, in der sich bio-deutsche und migrantische Männer in trauter Eintracht (Frauen waren tatsächlich nur wenige zu sehen) für Sprengmeister, Bombenleger oder gar fürchterlichen Krieger halten dürfen.

Da hatten wir das obligatorische Sauerkraut schon vorgekocht, das dann am 1. Januar nochmal mit Ananas aufgekocht wurde. Sehr saftig und fruchtig, dieses Neujahrsessen nach einem Familienrezept von MALi. Dazu Kassler und Kartoffelstampf. Nach einem alten Brauchtumsregel wird uns nun des Geld im Jahr 2018 nicht ausgehen. Tschja, wir werden sie noch brauchen, die Kohle, den Zaster … Denn wir gehen nicht davon aus, dass das Geld im neuen Jahr abgeschafft wird und die Zeit beginnt, in der jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten tätig ist und nach seinen Bedürfnissen aus dem gesellschaftlichen Reichtum erhält. Denn das wäre Kommunismus. Und den hat Frau Bundeskanzlerin nach Rücksprache mit der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände ausdrücklich untersagt! Das gilt auch für 2018 – und damit wäre dann alles gesagt.