Rede zu Kunst und Kunstschaffen


Musik und Gäste, Fotos: Mapec

Mit der Frage, was Kunst eigentlich ist, und mit anderen Aspekten rund ums Malen und Zeichnen sowie speziell der Arbeit der Gruppe FarbMagie beschäftigte ich mich gestern in einer Rede anlässlich der Vernissage genannter Gruppe in Miltenberg (Fotos oben: Musik und Gäste; Foto unten: Mapec bei der Ansprache).


Mapec bei der Ansprache, Foto: Olaf Kollonitsch


1 Antwort auf „Rede zu Kunst und Kunstschaffen“


  1. 1 Dokument 20. Juni 2016 um 7:32 Uhr

    Aus dem Main-Echo (http://www.main-echo.de) bzw. Regionalausgabe Bote vom Untermain vom 20.06.16

    Die eigene Kunst entdeckt

    Vernissage: Sieben Kreative des Miltenberger Kollektivs FarbMagie stellen im Caritas-Treffpunkt Café Farbe aus

    Ausdrucksstarke Aquarelle, fein gearbeitete Pastellbilder, kräftig erstrahlende Kunst in Öl und vieles mehr: Welch großes Talent die Mitglieder der Gruppe FarbMagie des Caritas-Treffpunkts Café Farbe besitzen, verdeutlichte die Vernissage des Künstlerkollektivs am Samstag. FarbMagie ist ein offener, vom Miltenberger Maler Manfred Kissenberth geleiteter Zusammenschluss von Kunstbegeisterten aus der Region.

    Sie treffen sich regelmäßig im Franziskushaus, um dort ihrer Leidenschaft nachzugehen. Bereits zur Gründungszeit des Café Farbe um das Jahr 2007 fand sich eine Gruppe Menschen zusammen, um gemeinsam ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. 2013 schließlich entstand daraus die Gruppe FarbMagie, deren Zusammensetzung so bunt und vielfältig ist wie die Werke der Mitglieder selbst. Von 14 bis um die 80 Jahren reichte bisher die Altersspanne der Teilnehmer.

    Im Café Farbe stellen derzeit folgende sieben FarbMagie-Künstler aus: Sarah Bauer, Helmut Ferstl, Anette Hofmann, Abdullah Abdul Kadar, Olaf Kollonitsch, Maria Schön und Katharina Stich. Martin Pechtold, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Caritasverband im Landkreis, hielt die Laudatio zur Vernissage. »Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.«: Mit diesem Zitat von Pablo Picasso eröffnete Pechtold seine Ausführungen.

    Talent oft überdeckt

    Auch wenn »Massenbespaßung« mittels TV und Internet es fraglich erscheinen ließen, ob Kinder noch die Chance zur Entwicklung ihrer Kreativität erhielten, gehe er davon aus, dass im Menschen ein unverletzlicher Wesenskern schlummere, der auch kreative Möglichkeiten beinhalte. Nur seien diese leider zu oft unendlich überformt, verdeckt, unsichtbar gemacht, unter Schichten von Traumata, Arbeit, Mühsal und billiger Ablenkung vergraben, den Menschen oftmals selbst nicht bekannt. Anders sei dies bei den Mitgliedern von FarbMagie, sie hätten sich aufgemacht, die eigene Kunst zu entdecken, bewusst zu machen und anzuwenden.

    Resultate seien unter anderem Gemälde auf Papier, Karton oder Leinwand, die Zeichnung, die Collage, die Skulptur – alles wertfrei, nicht als Warenproduktion oder Dienstleistung. Weiter betonte Pechthold den großen Wert der Kommunikation und des Miteinanders bei FarbMagie, ganz im Gegensatz zum landläufigen Begriff des Künstlers als Eigenbrötler oder zurückgezogenen Kreativen. Dennoch werde keine Massen-Kollektivität gefeiert, vielmehr geht es um den Zusammenschluss, im Dialog und Austausch ein Miteinander zu schaffen. Das dabei die Individualität nicht verloren geht, verdeutlicht die Vielfalt der Werke, die derzeit im Café zu sehen sind.

    Unter anderem: ein Bleistift-Portrait und das Sommerabend-Aquarell von Bauer, Naturzeichnungen von Ferstl, der zweiteilige Traumfänger von Stich, ein Standszenario aus Softpastellkreide von Schön, Kollonitschs großes Ölgemälde »Mediterran Sea Souls«, das Pastellbild »Der Nebelfleck« von Kadar und ein schönes Pastell von Hofmann. Für den musikalischen Rahmen der Vernissage sorgten Frauke Laier (Gesang), Bernhard Berger (Gitarre) und Wolfram Voeske (Bass). Die Ausstellung der Gruppe FarbMagie im Miltenberger Café Farbe (Eingang rechts neben der Klosterkirche gegenüber vom Engelplatz) ist noch bis zum 29. Juli zu sehen, montags bis donnerstags jeweils 10 bis 17 Uhr, freitags 10 bis 16 Uhr.

    Marco Burgemeister

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