Archiv für April 2016

Zu was ich blogge

Aus aktuellem Anlass: Es stimmt nicht, dass ich über alles blogge, was ich so mache. Denn weder über familiäre noch berufliche oder gesundheitliche Begebenheiten werde ich hier – außer vielleicht mal als Ausnahme – berichten. Das geht Euch, geschätzte Leserinnen und Leser, nichts an. Sogar über meine kulturellen Aktivitäten, die ich schon gerne in diesem Blog abhandle oder dokumentiere, werdet Ihr hier keinesfalls alles erfahren; nur das, was ich – aus welchen Gründen auch immer – für des Bloggens wert erachte. Das aber ist wirklich nicht alles, was so mit meiner Beteiligung künstlerisch, journalistisch oder artverwandt abgeht. „Das Textlabor des Dr. Mapec“ spuckt viel aus. Und dieser Mapec macht auch sonst noch viel mehr. Wie gesagt: Vieles geht Euch nichts an oder ist langweilig oder aus anderen Gründen nicht wert, dass ich etwas dazu schreibe. Das musste doch mal gesagt werden!

Tinten, Tuschen und Skulpturen

Eine nicht ganz gewöhnliche Vernissage war die gestrige Eröffnung des Skulpturen-Gartens im Hof der Mildenburg, direkt vor dem hier schon oft erwähnten Museum. Bei unangenehm kaltem Nieselregen fand die Ausstellungseröffnung tatsächlich im Freien statt, bevor es ins Museum selbst zum üblichen Umtrunk ging. Völlig richtig betonte Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent des Bistums Würzburg (in der Fotocollage unten rechts), dass diese dreidimensionalen Werke eine weitere Aufwertung des Museum auf der Mildenburg darstellen.
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Entmenschung des Gegenübers


Im Zeichen des roten Sterns – das sollte doch wohl denken heißen und nicht killen, oder?
Foto: CZ

Eine Erwiderung zu einigen Kommentaren

Es ist berechenbar gewesen, dass es wütende Reaktionen auf meinen Beitrag „Der Verfassungsschutz in Bayern entdeckt die Musik“ geben wird, da darin eine der linken Dummheiten angegriffen wurde, jene vom Staatsbüttel als „Schwein“. Erstaunlich ist, dass eher wenige Reaktionen kamen. Auf drei mag ich doch noch antworten.
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Die Musik und der Verfassungsschutz


Nur Zufall? Hakenkreuz-Kleiderständer, gesehen und fotografiert von A. G. Soth 2013 – ein Beitrag zum Thema Totalitarismus

Bei Indymedia habe ich lange nichts mehr veröffentlicht, nachdem ich dort schlechte Erfahrungen mit Kommentatoren gemacht habe, die sich sogar weigerten, meinen Text – auf den sie mit Beleidigungen und Hass reagierten – überhaupt wirklich zu lesen. Nun ist mir aber das Thema „Musik und der bayerische Verfassungsschutz“ quasi vor die Füße gefallen, nachdem in Miltenberg die Band Sans Frontiéres spielte, die auch – wie ich dann mitgeteilt bekam – im Verfassungsschutzbericht für Bayern 2015 benannt ist. Beides – die erkennbare Absicht des VS und die pseudoradikale Phrase der Band – haben mich dann gereizt, wieder einen kleinen Beitrag zur Musik für Indymedia zu schreiben – zur Musik und ihrer Wirkung im Gesellschaftlichen.

Der Beitrag ist veröffentlicht bei INDYMEDIA und INDYMEDIA LINKSUNTEN.

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Meine Reaktion auf die Kommentare zum Beitrag gibt es hier.

Begegnungen: unterschiedlich und doch gleich

Wie unterschiedlich und doch gleich Begegnungen ablaufen können, das erlebte ich ganz hautnah in den letzten beiden Tagen. Doch der Reihe nach.

Am Freitag war ich im Miltenberger Jugendzentrum (kein Witz! Ich muss da immer mal berufsmäßig hin, kenne auch viele der Leute, die bei Konzerten dort sind – und darf mich daher auch als alter Sack dort herumtreiben). Es spielte KBF Revolte (siehe oben), von den Vorgruppen bekam ich nur den Rest von Ich bin Darwin mit. Begegnungen gab es dabei – bedingt durch die laute Musik – wenige. Aber gegen Mitternacht vor dem JUZ traf ich nicht nur Pille Mörderbeat von KBF Revolte, sondern lernte auch einen netten Menschen kennen, mit dem die Diskussion von Nazis und Musik bis zu Adorno und Theorie so richtig Fahrt aufnahm, bis der alte Sack (also ich) dann doch mal sein heimisches Bett aufsuchen wollte.
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Satire darf alles! Oder?


Süßigkeit in Schwarz-Rot-Gold – auch ein Kommentar zum Zeitgeschehen, eine Realsatire.

Satire darf alles! (Tucholsky)

Von Online-Petitionen halte ich nichts. Sie gaukeln Bewegung vor, statt wirkliche Bewegung zu entfachen, sind also oft kontraproduktiv. Und wenn eine große Mehrheit der Deutschen gegen etwas ist, dann bin ich meist dafür. Nicht so hier. Denn ich bin selbstverständlich solidarisch mit dem Satiriker Jan Böhmermann, ist ein Angriff auf ihn doch ein Angriff auf die Freiheit der Kunst schlechthin. Es geht gegen einen, gemeint sind wir alle, sofern wir nicht affirmativ, sondern kritisch denken.

Die pure Hilflosigkeit führt mich nun dazu, doch eine Online-Petition zu unterschreiben, die folgenden Text hat:
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Begehung Museum.Burg.Miltenberg: eine bereichernde Exkursion

Stellenweise war es ein Vortrag von mir. Dann wieder angeregte Diskussion. Aber auch Rückmeldungen, die zu mehr Einsicht in die Sache bei mir selbst geführt haben, waren dabei. Gemeint ist die Begehung des Museums auf der Mildenburg, die am vergangenen Samstag mich und 14 weitere Künstlerinnen und Künstler zusammen brachte. Exkursion nannte es die einladende Gruppe Kunstraum (Klingenberg). Was es nicht war, das war eine Führung; denn diese hätte andere Schwerpunkte setzen müssen und auch weniger als 90 Minuten dauern dürfen.

Ich empfinde diese Form der Auseinandersetzung mit dem Museum.Burg.Miltenberg bzw. den darin befindlichen Exponaten und der Konzeption als sehr bereichernd. Und ich bedanke mich bei Brigitte Seiler, Vorsitzende des Kunstraums, für die Fotos, aus denen ich die obige Collage erstellt habe.

Eine ganz besondere Würdigung: Sonntagsblatt lobt Heimat-Ausstellung

Einen Nachklang fand die Heimat-Ausstellung auch im Würzburger Sonntagsblatt, der Zeitung des Bistums (bitte obige Auszüge aus dem Bericht anklicken). Allerdings kam es dabei zu Missverständnissen. Vor allem wurden Jutta Winterheld Kinder und Ehemann angedichtet, die zu einer ihrer Freundinnen gehören. Ich sehe das positiv: Die Sonntagsblatt-Mitarbeiterin meinte wohl, derart intensive und aussagekräftige Portraits könne jemand nur machen, wenn es sich um die eigene Familie handelt. Dass dem nicht so ist, das beweist Jutta. Und zeigt damit ihre Qualität!

Anthrazit und Mapec – eine Erinnerung

Anthrazit gibt es nicht mehr. Ich habe mit den beiden Musikmachenden noch Kontakt. 2014 hatten wir einen schönen Auftritt zusammen. Aus technischen Gründen hat es bis heute gedauert, das zu dokumentieren.

Individualität wird Depression

„So absurd es klingt: viele Menschen können sich heute eher den Untergang der Welt vorstellen, als ein Ende des Kapitalismus. … Nicht alles am Kapitalismus sei schlecht gewesen, heißt es mitunter. Tatsächlich hat er den industriellen Fortschritt vorangetrieben und damit auch die Grundlagen für ein Leben jenseits von Not und Notwendigkeit gelegt. Aber eben diese Vorzüge verkehren sich heute in ihr Gegenteil. Naturbeherrschung schlägt um in Naturzerstörung. Wohlstand in soziale Verunsicherung. Individualität in Depression. Freiheit in Vogelfreiheit.“

Thomas Gebauer

Bild: gesehen in Tübingen
Foto: Mapec