„Bedenke, Mensch …“ – gestern beim Künstleraschermittwoch

Einen Künstleraschermittwoch hatte ich bisher noch nicht miterlebt. In Würzburg hat dieser Tag der Kunst und der Spiritualität bereits Tradition. Also ging ich mit Martina und Jutta (die mit derartigen Veranstaltungen schon viel Erfahrung hat; siehe in der Fotocollage unten links) gestern zuerst in den dortigen Dom, dann in das Burkardushaus und schließlich auf den Domplatz. Denn überall dort gab es nicht nur besinnliche Ansprache, sondern auch beste Kunst. Die Main-Post schreibt dazu: „Zum Beginn der Fastenzeit hat Bischof Friedhelm Hofmann im Würzburger Dom den traditionellen Gottesdienst gefeiert. Ausdrücklich eingeladen waren dazu die Kulturschaffenden der Region, um den `Aschermittwoch der Künstler´ zu begehen. Dementsprechend setzte der Gottesdienst einen künstlerischen Schwerpunkt: Während der Segnung und Austeilung der Asche führten Dommusiker drei Musikstücke gleichzeitig auf, die zu einem unheimlichen und düsteren Klangteppich verschmolzen. Für das Stück `Tree, Voice…to move´ von Kunsu Shim gaben 24 Sängerinnen und Sänger der Dommusik lang gezogene Laute von sich. Gleichzeitig rieselte an fünf Stellen im Dom Sand aus Plastikflaschen. Für die performative Klanginstallation `Tonstillen´ wurde dieser Sandstrom so unterbrochen, dass Töne entstanden. Domorganist Stefan Schmidt spielte dazu das Stück `Und nicht einmal sein Schritt klingt aus dem tonlosen Los´. So entstand ein Klang, der auch einen Gruselfilm hätte untermalen können, der im weiten Raum der Kirche aber keineswegs unheimlich wirkte. In seiner Predigt rief Bischof Hofmann die Gläubigen dazu auf, sich in den 40 Tagen bis Ostern zu hinterfragen, um Antworten auf die elementaren Fragen des Menschen zu finden: Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Außerdem sei es in der Fastenzeit entscheidend, nicht seinen Mitmenschen zu zeigen, dass man Buße tut, sondern Gott.“

Danach ging es ins Burkardushaus, das Tageszentrum im Herzen Würzburgs, das die wohl größte Sammlung von Gemälden Thomas Langes enthält (s. Collage Mitte und Mitte links). Er hat über 100 Exponate für dieses Haus gestiftet, das nun fast so etwas wie sein eigenes Museum darstellt, durchbrochen von Werken anderer Künstlerinnen und Künstler wie Maria Lehnen oder Michael Morgner. Dort gab es nach einem Fastenessen – Heringssalat und Kartoffeln – sowie guten Gesprächen auch Ansprachen von Dr. Jürgen Lenssen (Kunstreferent des Bistums) und Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (s. Fotos in der Collage Mitte rechts), aber auch wieder Gesang der Dommusik – hervorragend (s. in der Collage oben).

Bei einer kleinen Verschnaufpause konnte ich es mir nicht verkneifen, auch ein Werk zu hinterlassen und malte auf eine Flipchart einen stilisierten und signierten Kopf (s. Bild unten Mitte). Jetzt bin ich wenigsten temporär einer der Künstler des Burkardushauses! Und ich sorgte damit für Heiterkeit bei meinen Begleiterinnen.

Zum Schluss zitieren wir nochmal die Main-Post: „Am Abend wurde das Kunstprojekt mit der Projektion `im Gegenüber´ an der Westfassade des Doms fortgesetzt. Bis zum 28. Februar werden täglich von 19 bis 24 Uhr Gesichter auf den Dom projiziert“ (in der Collage das Foto unten rechts). Insgesamt also ein Tag voller bester Kunst und voll Spiritualität. So zeichnete Dr. Lenssen mit einer angenehmen und unaufgeregten Feierlichkeit das Aschekreuz auch auf meine Stirn, den vorgesehenen Satz sprechend, mich dabei an meine Vergänglichkeit erinnernd: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“


2 Antworten auf „„Bedenke, Mensch …“ – gestern beim Künstleraschermittwoch“


  1. 1 Jutta Winterheld 11. Februar 2016 um 19:42 Uhr

    Hallo Mapec, habe gerade ‚mal kurz ‚reingeklickt – es war ein schöner Rückblick auf einen ganz tollen Tag mit euch!!! Was deine temporäre Präsentation im Burkardushaus betrifft – soweit habe ich es noch nicht gebracht! Bei deiner Spontaneität kann ich eben nicht mithalten!
    Lieben Gruß, auch an Martina – bis bald – Jutta

  2. 2 TV 12. Februar 2016 um 12:12 Uhr
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