Archiv für September 2015

Bankwesen frisst Kunst

Es kommt doch immer mal was dazwischen. Gestern wollte ich mit Martina und Jutta ins Städelmuseum nach Frankfurt, die Ausstellung zur figurativen Malerei der 80er Jahre besuchen. Aber stattdessen organisierte ich aus reiner Notwendigkeit eine neue Brille für mich und kümmerte mich auch sonst um die (gesundheitlichen) Probleme eines älter werdenden Mannes (also um meine ureigenen Angelegenheiten).

Allerdings war ich am Wochenende sowohl mit Andreas im Kunstlanding, der Galerie des Neuen Kunstvereins Aschaffenburg, als auch mit Martina im Würzburger Dom. Doch der Reihe nach. (mehr…)

Über die Unmöglichkeit der Liebe in den Zeiten des Kapitalismus

Ich erinnere mich, dass ich vor Jahrzehnten ein Gedicht hörte, in dem festgehalten wurde, dass da ein Mann erwähnte, er liebe sein Auto; und der Dichter fragte sich, wie er nun seiner Geliebten sagen solle, er liebe sie, wo doch andere den gleichen Ausdruck – Liebe – für ihre Fahrzeuge (!) verwenden. (mehr…)

Was soll ich Euch empfehlen?

Ja, was soll ich Euch empfehlen von jenen kulturellen Genüssen (die immer mit interessanten Begegnungen verbunden waren), welche ich in der letzten Zeit genießen durfte? Etwa die Ausstellung mit Werken von Julia Kellerbrandt und Sonja Lefevre-Burgdorf in der Galerie A1 in Amorbach, bei deren Vernissage Nikolaus Heyduck eine tolle Klang-Performance brachte? (Foto oben.) (mehr…)

Keine Zeit derzeit

Ich bin – ich gebe es zu – mit meiner Berichterstattung über meine guten Begegnungen hintendran. Der Beruf. Hunderte von Armen, tausend Flüchtlinge, Suchtkranke ohne Ende. Und ich dazwischen, so als der Mann für die Verwaltung. Telefonate, Emails, persönliche Kontakte, Auskünfte, Pressemitteilungen, Plakate, Faltblätter, Statistiken, Gespräche und Konferenzen, Kopf- und Rückenschmerzen und zu viel Alkohol (na, da kann ich mich ja bald als Klient einreihen! Toll!) … ich will nicht klagen. Nutzt ja nix. Aber zum Bloggen komme ich nicht so, wie ich will.

Ich liefere nach, versprochen; sobald es wieder irgendwie geht.

Das Bild oben? Dazu später mehr.

Michaelismesse? Ach du dicke Scheiße



Persiflage auf den Bieranstich im Festzelt: der in den letzten Jahren zur Michaelismesse mehrfach durchgeführte Wodka-Anstich in Miltenberg

***

Warum ein Schrift-Bild-Videoclip nicht gemacht wurde

Eigentlich wollt eich einen schön satirischen oder gar zynischen Blick auf die Michaelismesse in Miltenberg werfen, stellvertretend für alle deutschen so genannten Volksfeste. Und zwar in Form eines Schrift-Bild-Videoclips, in dem mit kurzen Filmsequenzen und eingeblendeten Texten die herdenhafte Ansammlung von Familien, testosterongesteuerten Jungmännern und offenherzigen Jungfrauen (i.S.v. jungen Frauen) auf das Treffendste intellektuell gegeiselt werden sollte. Doch da wird nun nichts draus.

Das aber hat mehrere Gründe. Einmal hätte ich mich an noch mehreren Abenden in die Enge des Festzeltes stürzen und mehr oder minder heimlich weitere Aufzeichnungen machen müssen. Das ist nicht nur etwas gefährlich (wenn einer merkt, dass er abgelichtet wird – oder ich die Kleinkamera gar in die Nähe des Dekolletees seiner dirndltragenden Freundin gebracht hätte), es ist vor allem sehr lästig und eigentlich nicht zumutbar ob der Enge, Stickigkeit, Lautstärke und der dich anrempelnden Menschen.
(mehr…)

Mapec im Wind

Miltenberg, Fußballplatz, 19.20 Uhr – Die Frisur hält!

Gestern beim Fußball. Offenbacher Kickers Traditionsmannschaft gegen den Miltenberger SV (und Freunde – eine Auswahl älterer und jüngerer Spieler aus der Region). Offenbach gewann 3 : 2. Sonst braucht man da jetzt nix zu sagen. Und Kultur war auch nicht. Aber halt ein netter Fußballabend im Kreise meiner üblichen Verdächtigen.

Warum ich das blogge? Nun, es sei damit klargestellt, dass der Mapec nicht nur aus der Kunst seine Energie saugt, sondern auch aus anderem wie z.B. Sport (wenn er nicht selbst auf den Platz muss!).

Panisch? Japanisch!

Nun gut, das Wortspiel mit panisch und japanisch ist sicherlich nicht ganz neu. Aber diesmal zutreffend.

Im Alten Rathaus Miltenberg gibt es derzeit eine Fotoausstellung mit Werken einheimischer sowie japanischer Fotokünstlerinnen und -künstler. Panisch braucht da niemand zu werden, weder vor Begeisterung gegenüber noch nie Gesehenem, noch weniger vor Grauen. Denn die japanischen Akteure beschränken sich auf teils sehr klischeehafte, immer gefällige Präsentationen ihrer Kultur. Und die Deutschen machen auch nicht panisch, sondern liefern ordentliche, teils herausragende Arbeiten ab, nicht einmal wenige, denn die drei Exponate, die ich bei der Besucherabstimmung auswählen durfte, haben mir nicht gereicht. Ich hätte gerne mehr Fotos hervorgehoben.

Es hat mir sowie Martina Spaß gemacht, das alles zu sehen, darüber zu reden.

Heute hab ich mit Andreas telefoniert, der zuvor schon in der Ausstellung war und auf eigene Erfahrungen bei einem Japanaufenthalt zurückblicken kann. Auch er fand die Fotos der japanischen Künstlerinnen und Künstler eher als Teil der Fremdenverkehrswerbung. Sie haben wohl das geliefert, was ihrer Meinung nach die Deutschen gerne sehen wollen. Schön sind sie aber auf jeden Fall, die Fotos aus Japan. Einfach schön. Das mag das Problem sein.

MANIFESTATIONEN: Es geht weiter!

Neues aus der Werkstattt: Ich habe heute erfahren, dass die Ausstellung im STERN in Aschaffenburg weiter geht. Schön so. Hier der Infotext zur Ausstellungsverlängerung:

MANIFESTATIONEN: Es geht weiter!

Auch im September wird sie im STERN zu sehen sein, die Ausstellung MANIFESTATIONEN des Künstlers Mapec. Mit Zitaten aus dem „Manifest der kommunistischen Partei“ von Marx und Engels und eigener Malerei hat er eine Reihe von Schrift-Bildern speziell für die Ausstellung im STERN erstellt.

Ausgangspunkt waren für Mapec einige Fragen: Ermöglichen aus einem Text herausgelöste einzelne Sätze eine neue Interpretation, gar eine Aktualisierung? Regen sie das selbstständige Weiterdenken an? Sind angeblich historisch verbrauchte Sätze neu zu denken? Oder sind sie überhaupt nicht verbraucht, sondern hoch aktuell? Kann bei diesen Sätzen, wenn sie mit Malerei kombiniert werden, ein emotionalerer Zugang ermöglicht werden?

Das Besondere bei MANIFESTATIONEN: Die Gäste des „Stern“ sind ausdrücklich aufgefordert, diese Schrift-Bilder zu beschreiben und zu bemalen!

Ursprünglich nur für den Monat August angedacht, kann die Ausstellung nun auch im September betrachtet und mit eigenen Bemalungen und Beschriftungen erweitert werden.