Archiv für August 2015

Lederhosen und Security, Flaschen und Bauzäune

Was hat dieses Foto zu bedeuten? Dies wird sich im Laufe dieses Beitrags leicht klären lassen.

Das größte Volksfest am Untermain sei es – oder so ähnlich. Gemeint ist die Michaelismesse in Miltenberg, die seit gestern einem neuen Bierausschank-Rekord entgegengeht. Bier wird also gesoffen, daneben – was im nördlichen Nordbayern noch immer eine Lachnummer ist – mit Dirndl und Lederhose bajuwarisches Brauchtum imitiert. Und ich bereits gestern mittendrin, auf der Suche nach etwas Kultur oder zumindest etwas kulinarisch Erträglichem, zusammen mit Schwager Matthias und einigen der netten Frauen aus meinem Familienclan.

Soweit erst mal nichts, was des Berichtens Wert wäre. Allerdings kam es am gestrigen Freitag zu einer Begegnung der ganz besonderen Art im Pissoir am Altstadt-Parkhaus (das so heißt, obwohl es vom ältesten Bebauungsteil „Schwarzviertel“ so weit wie möglich entfernt ist), eine Begegnung, die mir Matthias berichtete: (mehr…)

Früher war nicht alles besser! – 35 Jahre: Mapecs Bühnenjubiläum

Gruppe KLARTEXT 1980 in der damaligen Teestube in Miltenberg

„Sic transit gloria mundi.“ Das sagen die Lateinerin und der Lateiner, wenn sie anmerken wollen, dass Ruhm und Herrlichkeit sehr vergänglich sind. Wie vergänglich das ganze Leben ist, das sehe ich jeden früh beim Blick in den Spiegel, kann diesem Satz also zustimmen. Nun könnten wir auf die Idee kommen, dass damit auch bewiesen ist, was der Volksmund, dieser meist sehr dumme Kerl, in Deutschland immer so behauptet: „Früher war alles besser!“ Hier aber ist Schluss mit Lustig. Denn dieser Satz stimmt einfach nicht. Beweis folgt.

Am 11. Juli des Jahres 1980 hatte ich die erste noch feststellbare Lesung. Zusammen mit Elisabeth Götz (Sprache) sowie Axel Freudenberger und Werner Müller (Gitarren) trat ich im Jugendtreff Miltenberg (also in der legendären JUI) auf. Es dürften mehrere Auftritte zuvor in kleinem Kreis bei der Gewerkschaftsjugend gegeben haben, zumindest erinnere ich mich daran. Diese sind allerdings nicht mehr zu datieren. Fest steht, dass ich demnach seit 35 Jahren mehr oder minder regelmäßig auftrete. Bühnenjubiläum würde man das andernorts nennen.
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Ich bin ein Event!

„Heyevent ist einer der größten Eventguides weltweit. “ Das schreibt Heyevent. Und sie brachten tatsächlich einen Hinweis zum Event „Kunstausstellung Manifestationen“. Jetzt bin ich aber platt! So viel guten Geschmack hätte ich einem Event(!)-Portal nie zugetraut.

Aber Geld wird grau – zwei Schrift-Bilder

Aber Geld wird grau -1-

Aber Geld wird grau -2-
2015
Acrylfarbe auf Laserdruck, je ca. 18 × 24 cm

Beteiligung an der Dauerausstellung MENSCH im Franziskushaus Miltenberg seit 16.08.15

Text jeweils:
Grün geht voll Glut.
Muss blau groß sein?
Trau dich beim Lila.
Aber Geld wird grau!

Kunst im Entstehen

Andreas G. Soth hat eine Zwischendokumentation gemacht und die Schrift-Bilder im „Stern“ (Ausstellung MANIFESTATIONEN) fotografiert. Seine Anmerkung: „Soweit ich es sehe, ist jedes Bild behandelt worden – und zwar mit Respekt: Niemand hat jemandes Werk übermalt oder -pinselt.“ Selbstverständlich darf weiter behandelt werden, d.h. auf die Bilder gemalt, geschrieben und geklebt werden. Wenn dies mit Respekt geschieht, umso besser. Und es spricht für die Besucherinnen und Besucher des „Stern“, dass sie dies tun und dass sie es respektvoll tun.

Lucky Day

Einst gab es das Blaue Wunder am Blauen Klavier, das der unvergessene Peter >Lucky< Kraft veranstaltete. In einem Clip zur Erinnerung an ihn ist auch kurz das Duo Infernale aus Miltenberg zu sehen: Hannes am Dudelsack und ich (Sprache). Ja, wir waren dabei!

Hier der ganze Clip:

Lustwandeln auf der Burg

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Eben. Und deshalb war ich in angenehmer weiblicher Begleitung – Jutta und Martina – gestern wieder auf der Mildenburg. „Schon wieder“ werden nun die hochgeschätzten regelmäßigen Leserinnen und Leser dieses Blogs sagen. Stimmt. Aber: Diesmal war es etwas anders. „Lustwandeln“ war angesagt. Mit dem Klingenberger Salon-Orchester, das im – und das sei hier mal ausdrücklich erwähnt – sehr schönen und stimmungsvollen Burghof spielte; mit Kurzführungen zur Konzeption des Museums, zu den Hinterglasikonen und zur Ausstellung von Maria Lehnen, drei Führungen, die wir selbstverständlich mitgemacht haben; mit der Möglichkeit, bei Silvaner und Gebäck vor den Kunstwerken zu wandeln (wo sonst das Essen und Trinken im Museum selbstverständlich untersagt ist); mit guten Gesprächen und einigen neuen Informationen. Und das alles bei sommerlichen Temperaturen, die eher an das südliche Italien erinnerten. Warum also in die Ferne schweifen? Eben.

Malerei, Magersucht, Schizophrenie, Todessehnsucht

„Künstlerin zwischen den Welten – Gemälde von Erika Orysik und Plastiken ihres Lehrers Walter Hanusch“ heißt eine Sonderausstellung im Grafschaftsmuseum Wertheim, das die dortige Dauerausstellung mit Werken von Otto Modersohn und seiner dritten Frau Louise Modersohn-Breling eigentümlich alt und flach erscheinen lässt.

Erika Orysik kam 1955 als Tochter des russischstämmigen Holzbildhauers Wasyl Orysik in Wertheim zur Welt und litt seit ihrem 15. Lebensjahr an schweren psychischen Krisen. Zur gleichen Zeit begann sie, ihre Ängste, Träume und Seelenlagen mit Hilfe der Malerei auszudrücken, in der späteren Phase unter Anleitung ihres Lehrers Walter Hanusch, bei dem sie Privatunterricht hatte. 1989 verstarb Erika Orysik mit nur 34 Jahren, nachdem sie viele Jahre wegen Schizophrenie und Magersucht in verschiedenen Einrichtungen behandelt worden war.
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Hochwertiges Trommeln

Mal wieder etwas für die Rubrik „Kirschen aus Nachbars Garten“: Daidalos Percussion Quartet spielt „Third Construction“ von John Cage.