Archiv für Mai 2015

Ossi Hülbig: Malerei, Musik und Menschen

Die sicherlich aufwändigste Vernissage, die das Miltenberger Franziskushaus bisher gesehen hat, ging am Freitag über die Bühne. Und zwar im Café fArbe, dem dortigen Caritas-Treffpunkt im Keller des einstigen Franziskanerklosters. Zudem war es mit geschätzten 100 Besucherinnen und Besuchern auch die bisher größte Vernissage an diesem Ort.

Die seit Freitag dort zu sehenden Aquarell- und Acryl-Bilder sind bis auf Ausnahmen weniger von jener Art, die ich schätze. Gegenständlich zeigen sie durchweg Motive der Stadt Miltenberg, teils romantisierend. Immer sind es historische Gebäude, niemals das neue, weniger tourismuskompatible Miltenberg. Aber bei Ossi Hülbig ist das etwas anderes als bei anderen Kunstschaffenden – und bei dieser Vernissage war es eben auch anders als sonst bei Ausstellungseröffnungen. Ossi ist DER lebende Maler Miltenbergs, der sich die Stadt selbst zum Thema macht. Und seine Vernissage – federführend organisiert von seinem Bruder Gerd – war eine Mischung aus Konzert mit wechselnden Musikerinnen und Musikern, Kunstbetrachtungen, humoristischen Erzählung über den interessanten Lebensweg von Ossi – und mehr. Gut, dass das Wetter mitspielte und sich viele der Anwesenden im ehemaligen Klosterhof und -garten aufhalten konnten.

Am Samstag war ich nochmal dort, traf Ossi und Gerd beim Aufräumen und führte noch manche gute Gespräche, wie auch die Vernissage gute Kontakte und viele Gespräche brachte.

Ach ja, erdacht und teils geplant wurde die Ausstellung bei verschiedenen Treffen im „Riesen“, jenem ältesten Gasthaus Deutschlands, in dem Ossi einst zur Welt kam.

Schließlich habe ich dann noch einen Videoclip zum Konzertteil der Vernissage erstellt, für all jene, die nicht dabei sein konnten als schwacher Ersatz. Denn die Stimmung wird durch so eine Konserve nicht wiedergegeben.

Heimatteller

Heimatteller für Jana und Hannes
2015
Mischtechnik auf Pappe, Durchmesser ca. 34 cm

Geschenk an Jana und Hannes (zum Einzug in die neue Wohnung)

Text:
Trautes Heim, Glück allein, Heimat, wirst stets bei mir sein.
Ach, Quatsch! Wir wohnen nur hier!

Für die sofortige Wiedergründung von KBF REVOLTE!

Heute mal zwei Clips der legendären Elektro-Punker von KBF REVOLTE. Die Clips können aber nur einen schwachen Eindruck geben, wie gut die Leute live wirklich waren. Es sind halt auch nur Sound- und Bild-Konserven.

Es gibt ja Initiativen für jeden Scheiß. Wahrscheinlich auch schon für die flächendeckende Einführung strahlenschützender Alu-Hüte oder ein Lachverbot in öffentlichen Toiletten-Anlagen. Aber wer gründet die Initiative zur sofortigen Wiedergründung der KBF REVOLTE?

Wir werden gewinnen

Auch wenn es gerade überhaupt nicht nach Kunst aussieht, auch wenn gerade alles ziemlich bedrängt ist: Ich male weiter. Und ich gehe weiter. Und wir tun dies zusammen. Und wir werden gewinnen. Ihr und ich.

Gruß an Martina und unsere Söhne!

Die ünerhörte Seichtigkeit des Seins

Ja, seicht ist es, das Facebook. Und von der Datenkrake FB brauchen wir erst gar nicht zu reden … Aber einige erreiche ich nur noch über dieses – nein, nicht etwa soziale, sondern lediglich – gemeinschaftliche Netzwerk, das aber nichtsdestotrotz nicht der Gemeinschaft gehört. Gerade im Bereich der Kunst schient es absolut angezeigt, bei FB vertreten zu sein. Da ich aber derzeit die Kunst nicht nur verstärkt, sondern auch als persönlich sehr wichtige Ressource betreibe, scheint mir kein Weg daran vorbei zu gehen: Zähneknirschend kehre ich zurück. Mapec ist wieder da bei FB.

Ich werde allerdings genau das machen, für was FB wirklich geeignet erscheint: die Infos, die regelmäßige Leserinnen und Leser meines Blogs sowieso erhalten, hier über einen zusätzlichen Kanal verbreiten. Diskussionen mit Nerds oder Verschwörungstheoretikern, mit Vollpfosten und Dumpfbacken werde ich sicherlich keine mehr anstreben.

Es lebe die Kunst, es lebe die Kreativität,
ansonsten ist alles und jedes vollkommen zu spät.

Und hier findet ihr mich.

Wunderbares von Mutsuo Hirano

Ich bleibe meiner Idee treu, meine Galerie-Besuche zumindest zu erwähnen, damit andere diese Hinweise ggf. nutzen und sich ebenfalls kulturell bereichern können. Gestern ging es – wiederum mit Martina – in die Galerie Spitäle sowie ins Siebold-Museum, beide in Würzburg. In ersterer gab es Werke von Anita Tschirwitz und Dierk Berthel, mit denen Martina in kürzester Zeit fertig war. Überhaupt nichts sprach sie an – und das kommt selten vor. Ich war zwar auch nicht in heller Begeisterung entflammt, konnte aber – zumal in der Draufsicht von der Empore aus – interessante Eindrücke mitnehmen.

Erheblich tiefer waren die Empfindungen im Siebold-Museum, in dem es derzeit eine Sonderausstellung mit Werken von Mutsuo Hirano gibt, der in meinem Blog schon mehrfach Erwähnung fand (siehe Foto oben und Ausstellungsplakat unten). Auch diesmal enttäuschte er nicht. Emotionale Werke mit hoher Perfektion und einer immer anwesenden Herausforderung, das Gesehene zu interpretieren, zu verarbeiten. „Mutsuo Hirano verbindet seine japanische Herkunft mit europäischer Interpretation der eigenen Lebenssuche“, so heißt es auf der Homepage des Museums. Mag sein, dass dies zutrifft, dass die merkbare Spannung aus dem Umstand entspringt, dass ein sensibler Mensch Japan (Herkunft), Deutschland (Staatsangehörigkeit) und Italien (Atelier) miteinander in Beziehung bringt. In jedem Fall lohnt es, die Skulpturen, Plastiken, Objekte, die Malerei und Zeichnungen von ihm zu betrachten, auf sich wirken zu lassen. Der lange Fußweg zum Museum (wir wussten nicht, dass es direkt davor Parkplätze gibt) hat sich in jedem Fall gelohnt.

Mapec in Lebensgefahr!

Gestern beim Spaziergang mit Martina war ich gehüllt in Gedanken, wie ich der Welt noch mehr gute Kunst schenken könnte. (Rufer aus dem Hintergrund: „Angeber!“) Da stand ich plötzlich unter einem Schild. Nichts ahnend befand ich mich dabei in größter Gefahr, ja, in Lebensgefahr, wie mir das Schild bei einem Blick nach oben verriet. Selbstverständlich habe ich diese äußerst bedrohliche Situation gemeistert! (Rufer aus dem Hintergrund: „Gib nicht so an!“) Und dann habe ich mich in Freudenberg mit vegetarischem Döner und Hefeweizen für meine heldengleiche Tat belohnt! (Rufer aus dem Hintergrund: „Ach du dickes Ding! Hört dieser Angeber denn gar nicht mehr auf?“)


Beweisfoto: Mapec in Lebensgefahr

Erläuterungen zum Odilien-Projekt

Meinem Odilien-Projekt habe ich – nach ersten Rückmeldungen dazu – einige Zeilen vorangestellt, die ich hier gerne dokumentiere:

Das Odilien-Projekt – also die Videoclips zu Odilie – sind eine höchst subjektive Angelegenheit, geboren aus meiner eigenen Situation, meiner Augenerkrankung und meiner ganz persönlichen Spiritualität.

Ich beanspruche nicht, damit eine völlig neue, gar revolutionäre Beschäftigung mit Glauben, Religion, Mystik oder spirituellem Bewusstsein vorzulegen. Mein radikal subjektives Herangehen wird manchen befremdlich, anderen zu konventionell, wieder anderen zu experimentell erscheinen. Gut so.

Die technische Qualität der zwölf Videoclips ist sicher niemals auf der Höhe des technisch Machbaren. Das ist auch in keiner Weise gewollt. Vielmehr sollten die Clips so entstehen, wie ich ein Odilien-Bild malen würde: den Zufall zulassen, Unperfektes nicht retuschieren, mich über Unerwartetes freuen, mit möglichst einfacher Technik arbeiten, nicht auf Erfolg schielen, keine Kompromisse planen, das Ding einfach durchziehen. So ist es dann auch geschehen.

Alles Weitere an Informationen gibt es in den beiden PDF-Dateien, die unten folgen. Aber das Wesentliche sind dennoch die zwölf Videoclips. Ich sehe allerdings, dass wir in einer Zeit leben, in der Kunst sich nicht mehr selbst erklärt (hat sie das jemals?), und daher erläuternde Worte nicht schlecht sein dürften.

***

Das Projekt:
http://odilie.blogsport.eu/das-projekt

Wenzel, einfach Wenzel – solo und LIVE

Zu Ehren von Hans-Eckardt Wenzel

Fünf Herren – „wie gemalt“

Ja, es geht weiter mit den Fotos, die „wie gemalt“ daher kommen. Aber sie sind – zumal wenn die darauf abgebildeten keine 20 Jahre und von Adonis gleichender Gestalt mehr sind – einfach schmeichelhafter. Die in allen Ehren ergrauten Gesichter sehen in der Helligkeit eines Blitzlichtes doch nicht mehr so vorzeigbar aus.

Wie dem auch sei: König Manfred hielt gestern wieder Audienz. Wieder im „Riesen“ und diesmal mit vier Gefolgsleuten, die geströmt waren, um seinen Worten zu lauschen und diesen nach Kräften zu widersprechen – oder auch nicht. Es ging um einen Rezitatoren von Todesgedichten und dessen frühen Tod durch den Suff, um die Unmöglichkeit, eine baulich marode Kulturkneipe aufrecht zu erhalten, um die Herzlosigkeit der Musik (die zumindest ich nicht in der Electro-Musik gesehen habe sondern im Primat des Kommerzes), um die Schwierigkeit, die wahre Qualität von Musik zu erkennen, um die Frage, wie weit ein Sauerbraten Kunst sein kann (ich habe widersprochen – halte aber einen guten Sauerbraten für gutes Handwerk, was niemals zu verachten ist!), um Bauernmalerei auf erhöhtem Niveau (und die Anmerkung, dass wir alle so einen Maler kennen, der sich selbst für gottbegnadet hält, aber nur solche Bauernmalerei zustande bringt), um die Tatsache, dass in der Demenz die Kunst zum Vorschein kommen kann – und um vieles, vieles mehr. Einige Stunden saßen wir so und machten dabei auch noch die Feinplanung für die bevorstehende Ausstellung von Ossi Hülbig im Café fArbe in Miltenberg. Danach waren wir stolz auf uns! Selten wurde in Deutschland so viel an Hirnschmalz umgesetzt und so viel an Erkenntnis transportiert in nur so wenigen Stunden! Es darf so weitergehen. Die Welt braucht unsere Erkenntnisse … naja.