Archiv für April 2015

Interview mit Zeitzeugen zum Kriegsende 1945

1995 erschien – zum 50. Jahrestag des Kriegsendes 1945 – eine Broschüre, die auch einen Bericht von mir über ein Interview mit Zeitzeugen enthielt.

In diesem Jahr wird der 70. Jahrestag der totalen Kapitulation des nazi-faschistischen Deutschland gefeiert. Grund genug, auf das Interview von damals hinzuweisen, das sich bei kommunal findet.

Helene hat ausgefischert und Nik P. heißt mit Nachnamen Peinlich

In Großheubach (das man nicht kennen muss) gibt es eine Lebenshilfe-Werkstätte. Dort arbeiten Menschen mit Behinderung. Der Umstand, dass mein Jüngster dort seinen Bundesfreiwilligendienst macht und später mal Heilerziehungspfleger werden will, brachte es mit sich, dass wir (wieder die Üblichen: Martina, Kerstin, Matthias und ich) gestern dort waren zum Wein-und-Musik-Fest. Die Band war gut, vier junge Leute, die recht jazzig und ziemlich unplugged absolut hörbar alte und neuere Hits interpretierten. Der Wein kam ebenfalls bei uns gut an; er wird in einem Lebenshilfe-Weingut in Klingenberg an- und ausgebaut.

Und dann ging eine junge Frau ans Mikrophon, die Band begleitete spontan und heraus kam die absolut interessanteste Interpretation des sonst ungenießbaren Atemlos durch die Nacht von Helene Fischer, gefolgt von Ein Stern (… der deinen Namen trägt), ein Titel, der einem gewissen Nik P. zugeschrieben wird. Aber vergessen wir das mal alles wieder. Die junge Frau, vermutlich mit Downsyndrom, sang so herrlich daneben, so voller Inbrunst und jenseits aller Allüren. Erstmals empfand ich Genuss beim Hören dieser Titel! Und das war weder Schadenfreude noch Behindertenbonus. Ich habe einfach gemerkt, dass der jungen Frau das Spaß macht und völlig ungekünstelt daherkommt. Das mag ich. Vielleicht, weil ich mir das selbst nicht erlauben würde, einfach so.

In jedem Fall: Helene hat jetzt ausgefischert, kann abdanken – und Nik P. heißt mit Nachnamen Peinlich, weil eine behinderte junge Frau in einem Provinznest die einzig gültige Interpretation seines Hits brachte.

Ach ja, zum Heilerziehungspfleger (waren gestern wohl einige da) hat Yohazid seinen heimlichen Hit gemacht, der hier nicht vorenthalten werden soll. Ist aber nicht alles ganz ernst gemeint …

Denken heißt überschreiten – Vitrinen-Ausstellung

Anmerkungen zur Vitrinen-Gestaltung in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere, Miltenberg
20. April bis 2. Oktober 2015
Schrift-Bilder von Mapec mit Zitaten von Ernst Bloch
Papst Franziskus gewidmet

[ Hier geht es zur Auflistung der einzelnen Bestandteile der Vitrinen-Ausstellung. ]

Warum Texte von Ernst Bloch? Wie kaum ein anderer hat er gesellschaftliche Theorie und die Hoffnung auf Transzendierung des Schlechten in eine philosophische Form gebracht. Diese Idee der Überwindung des Alten und für nicht gut Befundenen darf als radikal im Sinne von „an die Wurzel des Übels gehend“ betrachtet werden. (mehr…)

Schrfit-Bilder: Bloch 1 – 7

Bloch 1
2015
Acrylfarbe und Lackspray auf Leinwand auf Malkarton sowie Laserdruck, ca.60 × 40 cm
Text (Ernst Bloch):
Die Menschen haben keinen
aufrechten Gang, wenn das gesellschaftliche Leben noch schiefliegt.
(mehr…)

Ganz viel Kunst an einem Wochenende

Das Kornhäuschen in Aschaffenburg ist sicherlich die kurioseste Ausstellungsmöglichkeit, die ich kenne. In zwei Räumen, die in gebührendem Abstand zu einander stehen, werden Kunstwerke wie in zwei übergroßen Vitrinen gezeigt. Derzeit gibt es dort „Mehr als Schiffe“ von Dieter Wolthoff. Am Samstag war ich mit Andreas dort. Zuvor aber im KunstLanding, also beim Neuen Kunstverein Aschaffenburg. „Von der Vorahnung zur Nachahmung“ heißt dort eine sehr gelungene Ausstellung mit Rauminstallationen, die von viel Humor und kreativer Lust zeugen.

Sonntags dann ging es mit meiner üblichen Begleitung (genau: Martina, Kerstin, Matthias) in die Städtische Galerie Jesuitenkirche, ebenfalls im „bayerischen Nizza“ (maßlos selbstüberschätzende Aussage der aschaffenburgischen Fremdenverkehrswerbung). Dort gab es eine Führung durch die Ausstellung mit Werken von Tübke und Triegel (siehe unten). Wieder beschlich mich angesichts der offen zur Schau getragenen Perfektion ein Gefühl, das ich nicht fassen konnte. Martina brachte es auf den Punkt: Noch nie haben wir so viel schier perfekte Malerei erlebt und dabei so wenig an Emotion verspürt. Und: Insbesondere Triegel ist ein Selbstinszenierer erster Güte. Das muss unsereins nicht mögen. Und dennoch: Es hat sich gelohnt, die Führung mitzumachen. Zumal die sehr informierte und höchst unterhaltsame Museumsführerin Anne Hundhausen nicht nur selbst Künstlerin ist, sondern auch die künstlerische Leitung des Kornhäuschens inne hat. Und da schließt sich der Kreis dieses Wochenendes.

Kirschen aus Nachbars Garten: diesmal Yohazid

Mit diesem Beitrag eröffne ich die Kategorie -KIRSCHEN AUS NACHBARS GARTEN- durch Hinweis auf einen Titel von Yohazid. Benannt ist die Rubrik nach einem Film mit Liesl Karlstadt und Karl Valentin. Und gemeint ist, dass ich ganz einfach die süßesten Kirschen bei den Nachbarinos klauen werde. Aber sicher nur selten. Und nur die ganz guten. Hier ist so eine (einfach gut, dieser Johannes Yohazid Giesemann):

… denn alles ist besser
als verbittern.

Zwischenbericht: Ausstellung und so

Im „Stern“ in Aschaffenburg ist eine Ausstellung von mir angedacht. Das Besondere: Ich werde die Exponate nach den dortigen Gegebenheiten gestalten. Und: Es wird ein Geschenk an den „Stern“ geben, ein Schrift-Bild, dessen Grundlage (eine Fotografie) direkt vor dem „Stern“ gemacht wurde. Die geneigten Leserinnen und erwartungsvollen Leser dieses kleinen Blogs dürfen gespannt sein. Weiteres folgt.

Schrift-Bild: Für meinen Vater

Für meinen Vater
Schrift-Bild 2014, Acrylfarbe und Laserdrucker-Ausdruck auf Wellpappe, ca. 34,5 × 45 cm

Das rote Halboval im Hintergrund ist die Andeutung des Kiels eines Schiffes. Denn die Main-Schiffer (und vermutlich nicht nur diese) schlugen zu Beginn des Arbeitstages dreimal die Schiffsglocke und beteten dazu den Halbsatz „In Gottes Namen“, der als Textteil in diesem Schrift-Bild links unten zu sehen ist.
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Eine Ausstellung anderer Art …

… gab es im November 2014 in Miltenberg. Dokumentiert wurde dies bereits in der Rubrik BILDER. Auch unter den Ausstellungen soll der damals als Ergebnisse entstandene Videoclip zur Verfügung stehen. Und zwar hier:

Hauck-O-Mat? – Kunst oder was?

Wieder in Amorbach. Diesmal, um in aller Ruhe nicht nur mit Martina und Matthias, sondern vor allem mit Jutta Winterheld anlässlich ihrer Ausstellung in der Galerie Abteigasse 1 zu sprechen. Sehr interessante Unterhaltung in äußerst angenehmer Atmosphäre. Danach ging es noch in „Domus“ nach Miltenberg zur weiteren Besprechung der Unwägbarkeiten, Schönheiten und Katastrophen der Welt.

Der Knaller des Tages aber wurde von Matthias entdeckt: Der Hauck-O-Mat! Ein Kunstobjekt? Ein großer kreativer Wurf? Ach Quatsch! Ein Automat der Metzgerei Hauck, aus dem Wurstwaren – Wiener Würstchen, Leberwurst, Braten oder Fertiggerichte mit mächtig viel Fleisch – gezogen werden können! Und das 24 Stunden lang. Quasi der Spätkauf in der allertiefsten Provinz. Ein Blechgetüm, das lächerlich auf Holzoptik macht und – außer saisonbedingt einem Osterhasen aus Schokolade und Goldpapier – nur totes Tier enthält. Nicht einmal mit der Signatur von Joseph Beuys würde das zur Kunst. Irgendwo muss eine Grenze sein!