Archiv für März 2015

Renate Anger zur Ehrung

Die in Miltenberg aufgewachsene Renate Anger verstarb 2008 bei einem Verkehrsunfall in Berlin. Bestattet ist sie in ihrer einstigen Heimatstadt am Untermain. Dort wurde für sie heute eine Ausstellung eröffnet, die die Vielfalt des Werkes der Künstlerin nur unvollständig wiedergibt.

Ich war mit meinen üblichen Verdächtigen dort, habe damit die Saison im Museum.Burg.Miltenberg mit eröffnet. Martina hat gleich transzendente Elemente im Werk von Renate Anger entdeckt, ich die Erdung, die in einigen Exponaten so stark wie angenehm auffällig ist. Schwager Matthias zeigte sein Wissen, das er sich als inzwischen ebenfalls schon erfahrener Kunstmuseumsbesucher angeeignet hatte. Und Schwägerin Kerstin lobte die Anger, betonte aber ihre Vorliebe für die Kunst von Martina. Mit dabei auch die Malerin Jutta Winterheld, die ihrer verstorbenen Kollegin respekt- und ehrenvoll begegnete. In der Fotocollage oben sehen wir die vier im unteren Bild.

Ach ja, Maria Lehnen war auch da, jene Künstlerin, die als nächste ausstellen wird. Aber bis dahin vergehen noch gut drei Monate.

Zwischen Sachbeschädigung und Bereicherung der Welt, zwischen Kritik und Nonsens

Anmerkungen zur Streetart
Rede zur Vernissage im Jugendzentrum ThirTeen, Miltenberg am 27. März 2015
(gekürzt um Begrüßung und Schlußwort)

Streetart. Das klingt nach Vandalismus und Beschädigung fremden Eigentums, nach Aufstand und Zerstörung. Zumindest, wenn wir an deutschen Stammtischen oder in Boulevard-Redaktionen nachfragen. Gemeint ist dann das Sprühen an öffentlichen oder privaten Gebäuden. Außer acht bleibt dabei, dass es dieses Sprayen schon bis in die bedeutendsten Museen geschafft hat.

Tatsächlich hat Streetart ursprünglich viele Momente des Unangepassten, des Anderen, des Protestes. Schon die Tatsache, dass beim nicht-musealen, also illegalen Sprühen niemand erkannt werden will, führt dazu, dass hier die Künstlerinnen und Künstler anonym bleiben müssen. Und dies steht im radikalen Widerspruch zur sonstigen Kunstszene, wo die Erkennbarkeit der Kunstschaffenden ein wichtiges und verkaufsförderndes Merkmal ist. Ein Werk von Josef Beuys wäre ohne die Zuordnung zu ihm wohl für maximal zehn Prozent dessen verkaufbar, was es mit dem Namen Beuys erzielen kann. Und das gilt auch für Werke von z.B. Albrecht Dürer. Ganz abgesehen davon, dass wir hier den Umstand attestieren müssen, dass nicht selten ganz offenbar nicht die Qualität des Werkes, sondern der Name des Künstlers bzw. der Künstlerin preisbildend ist – ganz abgesehen davon sehen wir hier, wie sich Streetart dem Kunstmarkt ursprünglich verweigerte und schon damit dissident war – und großteils auch noch immer ist.
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Schrift-Bild: Zu viel GRAU

Aufforderung zur Verbesserung der Welt mittels Farbe (Zu viel GRAU) / Triptychon
2014
Mischtechnik auf Wellpappe unter Verwendung eines Folienaufklebers und zweier Xerokopien des Aufklebers
dreimal 69,5 × 49,5 cm

Beitrag zur Ausstellung „Streetart – Fotos, Collagen, Malerei“

Teil 1
Text: Tu was dagegen
Teil 2
Text: Tu was
Teil 3
Text: dagegen

Kein Leipziger Allerlei sondern Leipziger Schule

Zwei Galerien an einem Wochenende; nun, das darf schonmal als gelungen gelten. Denn heute war ich mit Martina in der Städtischen Galerie Jesuitenkirche in Aschaffenburg in der schon jetzt gefierten Ausstellung mit Werken von Werner Tübke und Michael Triegel (als den wichtigsten Vertretern den Leipziger Schule und der Neuen Leipziger Schule).

Es war voll, viel zu voll für ein Kunstmuseum! Keine achtsame Stille, dafür ein Gedränge, das eben bei so hoch gehypten Ausstellungen entsteht. Manche Exponate konnte ich mir erst ansehen, nachdem ich zum vierten Mal an die entsprechende Stelle gegangen war. Kunstgenuss ist etwas anderes. Aber wir wollen eh wiederkommen – zu einer Führung, die vor allem die stark mit Symbolen aufgeladene Malerei von Triegel entschlüsseln helfen könnte. (mehr…)

Adorno war nicht da. Aber sonst war es sehr okay.

Gestern ging es ins etwas heruntergekommene und dadurch noch romantisch-malerischere Amorbach, das Theodor W. Adorno – aus welchen sentimental-kitschigen Gründen auch immer – so sehr liebte. In der Galerie abteigasse1 von Cornelia König-Becker stellt derzeit Jutta Winterheld aus. (mehr…)

Heute – oder: today is only yesterday’s tomorrow

Heute mal wieder Schrift-Bilder gemacht. Das sieht dann so aus:

Und vorher mit Martina durch die Stadt gegangen und etwas sehr seltsames entdeckt: Handwerker, die aber auch so garnix von Kreativität im Hirn hatten, haben auf der Straße bei Reparaturarbeiten eine Grafik hinterlassen, ein Kreuz: (mehr…)

Einmal ist keinmal, oder? – Darum zweimal ins Museum

Zweimal in einer Woche in dasselbe Museum gehen, das schaffe ich sonst nur beim Museum.Burg.Miltenberg, welches aber gerade geschlossen ist. In dieser Woche habe ich aber auch beim Schlossmuseum Aschaffenburg ausnahmsweise zwei Besuche hinbekommen. Zuerst mit Andreas und gestern mit Schwager Matthias.


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Das Berühren von Kunstwerken ist erlaubt!

„Das Fassbare und das Unfassbare“ heißt eine Ausstellung im Schlossmuseum (Schloss Johannisburg in Aschaffenburg), die ich heute mit Andreas besuchte. Er hat mir die Fotos geliefert, die ich zur Collage oben zusammengestellt habe.

Das Besondere an dieser Ausstellung: Das Berühren der Exponate ist nicht verboten, sondern ausdrücklich erwünscht. (mehr…)

Odilie – Das Projekt ist fertig!

Nun ist es fertiggestellt, das Projekt zur Heiligen Odilie, jener unterschätzten Frau, die meist nur als Nonne gesehen wird, als gehorsam und gläubig, die aber doch so spannend war. Mehr dazu schreibe ich in der ersten PDF-Datei auf der Projektseite; noch viel mehr mag aus den zwölf Odilien-Videoclips hervorgehen. Ich wünsche viel Erbauung, Erkenntnis und gerne auch Erwiderung!