Archiv für Dezember 2014

Rückschau, Ausschau und Grüße

Bei den Videoclips Handzeichen sowie cut up yohazid habe ich zwei frühere Clips neu bearbeitet und damit in ihre endgültige Form gebracht. Damit aber ist die Beschäftigung mit dem Thema Video für mich erst einmal erledigt. Wer mehr bewegte Bilder von mir möchte: In diesem Jahr erschien meine Video-CD, die nach wie vor vollkommen kostenfrei kopiert werden kann. Weitere Infos finden sich hier.

Derzeit also keine Videos mehr, dafür wird eine Audio-CD fällig sein, die unter dem sperrigen Arbeitstitel „Mittagspause für immer – Passionsspiele der Partisanen und eine Ermunterung“ steht. Ich gehe davon aus, dass dieser Titel Erwartungen fördert. Welche auch immer. Ich werde sie wohl nicht erfüllen können, diese Erwartungen. Und auch nicht erfüllen wollen.

Ein schönes, ein gutes, ein künstlerisch-kreatives, ein befriedigendes Jahr 2015 wünsche ich allen, die dies lesen!

Videoclip: cut up yohazid – eine Hommage

Mix aus Textteilen des Blogs yohazid.com und Fotos, die Yohazid zeigen; gesprochen, gemixt und geräuschvoll unterlegt von Mapec

Der komplette cut-up-Text findet sich hier. Dieser wurde bei der Erstellung des Videoclips nochmal durchgemischt.

Die Bilder zum Clip sind bewusst auf alt gemacht (Sepia und künstliche Alterungsspuren, wie sie noch aus Zeiten des Zelluloid-Films bekannt sind). Denn die Fotos zeigen Vergangenes, auch die Texte beschäftigen sich mit dem, was in der Vergangenheit Yohazids liegt.

Frohe Weihnachten!

Er ist gerecht, ein Helfer wert,
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron‘ ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unser Not zum End‘ er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland gross von Tat!

G. Weissel (1590-1635),
Macht hoch die Tür, die Tor‘ macht weit!, 2. Strophe

Gestern erreichte mich ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art. Die Künstlerin Jutta Winterheld schenkte mir eine kleine und feine Zeichnung, in der sie sich dem Motiv der Flucht nach Ägypten annahm, wie wir sie in der Bibel beschrieben haben: Vor dem Zugriff des staatlichen Terrors muss der kleine Jesus mit seinen Eltern fliehen. Ein offenbar zeitloses Motiv, so lange es gewaltförmig durchgesetzte Interessen gibt.

Jutta betont in der Karte, die dem Bild beilag, dass die „Flucht nach Ägypten“ uns auch an die Suche nach Heimat erinnert, wobei diese Heimat nicht nur ein konkreter Ort sein muss, sondern auch ein Platz in den Herzen der Menschen, die Unterstützung und Freundschaft schenken, die Wertschätzung bedeuten.

Mit diesem Bild, gemalt von einer befreundeten Künstlerin, möchte ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein frohes Weihnachten wünschen. Nach christlicher Überlieferung kam der, der der höchste aller Könige sein sollte, arm und elend in einem Stall zur Welt. Hirten – so etwas wie das Prekariat ihrer Zeit – waren die ersten, die ihn besuchten. Dann erst kamen die Intellektuellen (denn nichts anderes als astronomisch arbeitende Forscher konnten die drei so genannten Könige gewesen sein). Die Staatsmacht aber – die eifersüchtig über die eigene Herrschaft wachte und den neu geborenen „König“ daher eliminieren wollte – verfolgte den kleinen Jesus, der damit quasi zum ersten Flüchtling des Christentums wurde.

Und gerade deshalb: Frohes Fest Euch allen!

Beitrag für Wikipedia: Mutsuo Hirano

Er hatte bisher keinen Eintrag bei Wikipedia, der Künstler Mutsuo Hirano. Das habe ich gestern geändert, da er meiner Meinung nach ein herausragender Bildhauer ist, der mir gezeigt hat, dass die Arbeit mit Terrakotta nicht etwa nur etwas für künstlerisch interessierte Bankdirektorsgattinnen ist, die sich mal verwirklichen wollen; vielmehr ist es ein ernst zu nehmendes Material, mit dem er herausragende Kunst schafft.
Mir ist aber klar, dass noch mehr Informationen über ihn im Wikipedia-Beitrag sinnvoll sein können. Da diese Enzyklopädie immer weiter entwickelt wird, sind sinnvolle Nachträge jederzeit möglich.

Hier sind einige der Terrakotta-Arbeiten von Mutsuo Hirano zu sehen; das Portrait auf den Bildern von Thomas Lange zeigt auch immer wieder ihn.

Der Urspungstext, den ich auf Wikipedia gesetzt habe, sei hier wiedergegeben, da sich – wie gesagt – die Einträge dort auch verändern können:
(mehr…)

Wein Pralinés Kunst – Dank an FarbMagie!

Da ich im ablaufenden Jahr mehrfach für die Gruppe FarbMagie Beiträge für die Medien geschrieben habe, hat mich Manfred, der bereits erwähnte Spiritus Rector der Gruppe, heute überraschend besucht und mir ein Geschenk als Dank von FarbMagie mitgebracht: „Wein Pralinés Kunst“ steht drauf. DIE Mapec und ich werden es uns munden lassen!

Was über FarbMagie zu sagen ist? Nur Gutes. Da treffen sich Menschen, die weder die Kunst neu erfinden noch ihren eigenen Mal- oder Zeichenstil als absolute Kunstrichtung setzen wollen. Die machen Kunst, weil es ihnen gut tut, treffen sich einmal die Woche, weil es gemeinsam eben schöner ist als alleine, trinken nach dem Kunstmachen noch eine Tasse Kaffee oder ein Glas Bier zusammen, stellen einmal im Jahr an einem Wochenende aus – und diskutieren gerade ein großes öffentliches gemeinsames Kunstwerk. Aber dazu sei an dieser Stelle noch nichts verraten.

Es ist schön, diesen Menschen begegnet zu sein. Nicht nur, weil sie mich so nett beschenkt haben (das hätte nicht sein müssen – ich nehme es aber dennoch gerne an!).

„Das wären wirklich Steine, über die viele stolpern müssten“

Ein Interview, das das Blog kommunal mit mir führte, wird hier nach-veröffentlicht:

In Aschaffenburg liegen sie schon, in Miltenberg sind sie angeregt worden – die Stolpersteine genannten kleinen Bodenplatten, die vor den Wohnhäusern ehemaliger Jüdinnen und Juden an diese erinnern sollen. Da es sich dabei um ein „Kunstprojekt für Europa“ des Künstlers Gunter Demnig handelt und auch dessen zentrales und wohl einzig wirklich bekannt gewordenes Kunstprojekt ist, haben wir zu dieser Sache einen anderen Künstler befragt: den in Miltenberg lebenden Mapec, der ebenfalls gesellschaftliche Themen mittels Kunst behandelt. Das Interview führte Sebastian Schalk aus der kommunal-Redaktion.

kommunal: In dutzenden von Städten liegen sie schon, die Stolpersteine. Sind sie die Lösung schlechthin, wenn es um Gedenken geht?

Mapec: Ich denke nicht. Ich möchte stattdessen an die zahlreichen Häuser in der Hamburger Innenstadt erinnern, an denen auf Tafeln „Zerstört 1943, wiederaufgebaut“ steht, verbunden mit dem entsprechendem Hinweis, in Augenhöhe. Alles also an den Wänden, gut lesbar. Diese Tafeln erinnern an die Bombardierung der Stadt und deren Opfer. Wir könnten etwas kritisch anmerken: Die ehemalige Volksgemeinschaft der Deutschen betrauert hier gut lesbar ihr Schicksal. Ich hoffe, dass die Hamburger dabei wenigstens das Richtige lernen.
Dem gegenüber gibt es auch in Hamburg diese kleinen Platten im Boden, auf denen nach den Worten „Hier wohnte“ auf die meist jüdischen Opfer hingewiesen wird. Um im Bild zu bleiben: Die ehemalige Volksgemeinschaft läuft gerne über die Namen ihrer Opfer hinweg. Gedenken findet in diesem Fall nicht auf Augenhöhe statt, wie bei den Gedenktafeln an der Wand.
Zudem ist es wohl so, dass viele jüdische Namen religiösen Bezug haben, und es ist für strenggläubige Jüdinnen und Juden kaum erträglich, wenn diese Namen im Straßenschmutz liegen.
Ich muss also Charlotte Knobloch, der einstigen Vorsitzenden des jüdischen Zentralrates in Deutschland, Recht geben, wenn sie die Stolpersteine ablehnt. Und das, obwohl sie eine Frau ist, mit der ich politisch sonst eher keine Gemeinsamkeiten habe. (mehr…)

Kunstwerk der ganz besonderen Art

Das war sie, meine Malhose, eine Jogginghose, mit der nie gejoggt wurde, ein letztendlich total beflecktes Textil, bunt und wild gemustert, irgendwie ein eigenständiges Kunstwerk, von der Zeit und der Malerei gezeichnet, in wenigen Monaten so vollkommen versypht, dass ich sie nun gegen ein neues Beinkleid austauschen musste. Ob ich ihr nachtrauere? – Ach Quatsch!