Die Überwindung des Leides darstellen

Am Sonntag, 25. Mai 2014, 16 Uhr
Eröffnung der Dauerausstellung mit Bildern von Jutta Winterheld
Klosterkirche/Franziskushaus, Miltenberg
Einführende Anmerkungen von u.a. Mapec

Siehe auch hier

Medien-Info:

Die Künstlerin Jutta Winterheld hat Anfang 2014 dem Caritasverband in Miltenberg angeboten, einige ihrer Gemälde als Dauerleihgabe im Franziskushaus zu zeigen. Sowohl Geschäftsführer Heinrich Almritter als auch der für die Ausstellungen im Franziskushaus zuständige Mitarbeiter Martin Pechtold waren begeistert von diesem nicht alltäglichen Angebot: Eine renommierte Künstlerin wertet die Tagungsräume im ehemaligen Kloster auf – und richtet die Bildauswahl an der vormaligen Nutzung aus, orientiert sich an der spirituellen Tradition des Hauses. Nun kann diese Dauerausstellung mit einer Vernissage eröffnet werden.

Letztendlich beschränken sich die Bilder, die Jutta Winterheld zur Verfügung stellt, auf Darstellungen zu Kreuz und Passion, eine Selbstbeschränkung, die verhindert, dass eine Beliebigkeit entsteht. Dies gilt indirekt auch für das Portrait des Franziskanerpaters Maximilian Kolbe, der hier mit den Attributen seines Leids gezeigt wird, seines Todes als Opfergang für einen Mithäftling im Konzentrationslager Auschwitz. Dieses Werk hing bereits zuvor im Franziskushaus. Es wurde 2002 im Auftrag der Pfarrgemeinde St. Jakobus für das Maximilian-Kolbe-Zimmer angefertigt.

Zudem ist bei den nun hinzugefügte Leihgaben eine Motivwahl zu sehen, die sich in der Tradition christlicher Kunst sieht. Denn von der Spätgotik bis zur Gegenwart durchzieht diese Thematik – der Kreuzestod und die Auferstehung – die Geschichte der Malerei in mehr oder weniger dramatischer Ausprägung.

Die Vernissage zum Beginn dieser Dauerausstellung wird eröffnet durch Caritas-Geschäftsführer Heinrich Almritter. Anschließend geht Miltenbergs Stadtpfarrer Dr. Christian Lutz auf den spirituellen Hintergrund der Bilder ein, speziell auf die Fragen, die sich im Zusammenhang mit Passion und Auferstehung ergeben. Unter dem Titel „Die Überwindung des Leides darstellen“ beschäftigt sich danach Mapec mit den im Franziskushaus zu sehenden Werken von Jutta Winterheld. Die musikalische Umrahmung liegt bei dem Aschaffenburger Musiker Bernd Liebisch, der einige Improvisationen auf der präparierten Gitarre beitragen wird.

Die Vernissage zur Dauerausstellung der Werke von Jutta Winterheld findet statt am Sonntag, 25. Mai, 16 Uhr in der Klosterkirche Miltenberg. Danach werden die Räume des Franziskushauses geöffnet sein und es besteht die Möglichkeit zu Begegnung und Gespräch.


1 Antwort auf „Die Überwindung des Leides darstellen“


  1. 1 Dokument 30. Mai 2014 um 20:29 Uhr

    Künstlerische Frohbotschaft
    Ausstellung: Jutta Winterheld zeigt im Franziskushaus Bilder zu Passion und Auferstehung

    In fünf Räumen des Franziskushauses Miltenberg können Kunstfreunde in einer Dauerausstellung Bilder von Jutta Winterheld sehen, die – so Martin Pechtold in seiner Laudatio am Sonntag in der Klosterkirche – Kreuz, Passion und Auferstehung in überzeugender künstlerischer Auseinandersetzung zu einer hoffnungsvollen Synthese verbinden. Die Vernissage stand unter dem Motto: Kunst kann das Leiden Christi thematisieren.
    Durch Kunst kann aber auch in all dem Leid die Auferstehung sichtbar werden, so dass aus der »scheinbaren Vernichtung am Kreuz neues Leben entsteht«, wie Martin Pechtold in seiner Analyse der Bilder von Jutta Winterheld formulierte. Heinrich Almritter, Geschäftsführer des Caritasverbandes, der die Vernissage veranstaltete, sprach von den »spirituellen Bildern in den mehr als 400 Jahre alten Klostermauern« und hatte damit den Reiz der Dauerausstellung gut auf den Punkt gebracht. Auch Pfarrer Christian Lutz machte deutlich, dass Bilder wie die von Jutta Winterheld tiefe Gedanken zu Tod und Auferstehung jenseits der Grenzen des Wortes zur Sprache bringen können.
    Unverwechselbarer Stil
    Das passiert auf den Acrylbildern der gebürtigen Würzburgerin, die als Kunstpädagogin arbeitet und in ihrer künstlerischen Ausbildung von Wolfgang Müllerschön geprägt wurde, auch wenn sie längst ihren unverwechselbaren eigenen Stil entwickelt hat. In ihren Bildern zu religiösen, spirituellen Themen spiegelt sich ihre intensive emotionale und intellektuelle Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens. Das dreiteilige Kreuzigungsbild im Klara-Saal lässt im Leid bereits die Auferstehung aufscheinen, lässt im Gekreuzigten den Erlöser mit ausgebreiteten Armen erkennen.
    Der vierteilige Zyklus »Ressurexit« im Elisabeth-Zimmer abstrahiert und verdichtet in vier quadratischen Acrylbildern das Geschehen der Osternacht und lässt viel Raum für die ganz persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik und den Bildern. »Kreuzigung« und »Grab« im Vincenz-Saal dürften nicht nur Martin Pechtold so manches Rätsel aufgegeben und viele Assoziationen frei gesetzt haben. Auch in diesen beiden Bildern ist wieder die spannende Symbiose von Tod und Auferstehung thematisiert, wird die Überwindung des Leids dargestellt.
    Bernd Liebisch hatte die Vernissage stilvoll auf seiner präparierten Gitarre begleitet. Zusammen mit dem bereits 2002 für das Maximilian-Kolbe-Zimmer entstandene großformatige Porträt Kolbes als Mensch, der sich 1941 im Konzentrationslager Auschwitz für einen Familienvater opferte, kann sich Miltenberg nun über eine Dauerausstellung religiöser Kunst im Franziskushaus freuen. hlin, main-netz.de, 27.05.14

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