Archiv für Januar 2013

Freiheit und Glück

In einigen Tagen jährt sich der Tod von Peter-Paul Zahl zum zweiten Mal; Grund genug, einen Beitrag von mir – der 2011, kurz nach seinem Tod für die Monatszeitung analyse & kritik geschrieben wurde – hier neu zu veröffentlichen und damit nochmals PPZ die Ehre zu erweisen.

„Freiheit und Glück“
Zum Tod von Peter-Paul Zahl

Er hat vielen meiner Generation eine wichtige Lektion erteilt und uns dadurch mit einem Teil der Literatur versöhnt. Denn plötzlich waren Gedichte nichts mehr für vertrottelte Pseudoromantiker, sondern hatten etwas mit unserem Leben, unseren Auseinandersetzungen, unseren Ideen zu tun. Insoweit war seine Lyrik sogar wichtiger als die von Bert Brecht, der schließlich 1956 starb, also beim besten Willen nichts mehr zu Brokdorf oder dem Deutschen Herbst sagen konnte. Und da war auch noch „Die Glücklichen“, ein linker Roman, der weder in der russischen Revolution, noch im Nazi-Widerstand angesiedelt war, sondern mitten unter uns spielte, der nicht trocken-bierernst daherkam, sondern leicht und kraftvoll. Wir waren begeistert. Und nun lebt er nicht mehr, der Peter-Paul Zahl, starb auf Jamaika im Alter von 66 Jahren. (mehr…)

„Kreativität ist der Feind des blinden Konsums“

Leicht überarbeitet habe ich den Beitrag, der sich vor allem mit der frühen Schaffensperiode von Yohazid (Johannes Giesemann) beschäftigt. Der Vollständigkeit halber sei der Beitrag, der in kürzerer Fassung andernorts schon zu lesen ist, hier in voller Länge dokumentiert.

„front: europa“ hieß die erste CD, die der damals 19jährige Johannes Giesemann beim Label tonträger & Tontraeger TONTRäger (t&TT) im April 2002 vorlegte. Im gleichen Jahr noch setzte er mit der völlig selbstproduzierten CD „Sonnenwind“ nach. Konnte bei „front:europa“ noch gefragt werden, ob dieser Giesemann vielleicht politisch links steht, so wurde dies bei der zweiten Scheibe endgültig klar: Giesemann ist ein Linker, der das Persönliche öffentlich macht, weil auch das Privateste politisch ist; und den das Öffentliche auch höchst privat, weil emotional betrifft.
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