Frau Müller, Herr Huber und Facebook

Im empfehlenswerten und originellen Podcast Besondere Umstände ging es im November u.a. um Facebook. Antje Schrupp merkte an, Facebook sei positiv, da „es eben wirklich Frau Müller und Frau Meier dazu gebracht hat, überhaupt im Internet mehr zu tun als zu lesen“.
Ich kann diese Euphorie nicht nachvollziehen, denn ich frage mich, warum es erstrebenswert sein soll, dass Frau Müller, Frau Meier, Herr Huber oder Herr Schmidt im Internet dumme (auch gern mal sexistische oder sonstwie grauenerregende) Sprüche und bestenfalls nette Tierbilder austauschen. Offensichtlich reicht ihnen doch, im Internet lesen zu können, Videos anzusehen, Emails zu schreiben. Wer mehr will, der findet einen Weg. Warum sollte dieser Weg Facebook sein, das doch eher als Ende des Weges anzusehen ist? Danach kommt doch im Regelfall genau nichts mehr.
Ich selbst hatte vermutet, dass ich meine Blogeinträge mittels Facebook besser verbreiten kann. Leider muss ich feststellen, dass die von mir geteilten Katzenfotos (ja, ich mag Katzen) gerne mal fünf Kommentare oder „Gefällt mir“ bekommen, die Hinweise auf Blogeinträge aber im Regelfall völlig unbeachtet bleiben.
Auf Antje Schrupp aufmerksam wurde ich übrigens auch nicht durch Facebook – sondern (völlig antiquiert!) durch ein Printmedium.
Facebook als Einstieg in die aktiv genutzten Möglichkeiten des Internets, Facebook gar als ernstzunehmendes, vielleicht sogar als demokratisch-opositionelles Medium – nee …!