Facebook? Es lebe das Blog!

Facebook ist der Versuch unsere sozialen Beziehungen selbst in Wert zu setzen und deswegen das Ende von Emanzipation, wenn sie damit durchkommen.

Das schreibt der sehr geschätzte Benni Bärmann in einer Diskussion zu einem Blogeintrag der ebenfalls zu schätzenden Antje Schrupp. Leider haben beide die Frage des Umgangs mit Facebook – da kommen sie zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen – noch nicht in ihrem gemeinsamen Podcast behandelt.

Und ich, was sage ich zu Facebook? Nun, es erinnert mich an die Arbeitswelt. Fast alle gehen regelmäßig zur Arbeit, auch dann, wenn wir immer mal Lust hätten, einfach im Bett liegen zu bleiben. Warum machen wir das? Nun, weil es den Vorteil der Nichtentlassung, der regelmäßigen Bezahlung und damit der Teilnahme am physischen wie sozialen Leben bringt, auf den wir nicht verzichten können, obwohl uns der Job nicht selten stinkt.
Aus Facebook weggehen würde auch Nachteile bringen, nicht so existentielle, aber im Rahmen unseres Bewegens im Internet doch ganz erhebliche soziale. Weil eben so gut wie alle bei Facebook sind, weil dort Informationen schnell vermittelt werden, weil ich sogar über meine Söhne weniger wüsste, wenn ich nicht ihre Facebook-Postings erhalten könnte – und so weiter. Aber immer mal wieder möchte ich gerne liegen bleiben, nicht in Facebook gehen, nicht meine Daten abliefern. Und sobald es eine handhabbare Alternative gibt, werde ich das auch machen. So wie ich aus dem Job aussteige, sobald mir jemand einen Haufen Geld aufs Konto stellt.
Einstweilen aber bleibe ich bei Facebook. Und rege mich dennoch – völlig berechtigt – darüber auf. Und wundere mich, dass sich Antje Schrupp über das Aufregen aufregt. Es mag aber sein, dass in bestimmten Kreisen das Aufregen über die Facebook-Aufreger schon wieder en vogue ist.
Nur eines sei noch angemerkt: Eine derart ausführliche Diskussion wie zu dem Gegen-die-Facebook-Aufreger-Beitrag von Antje Schrupp ist nur in einem Blog möglich, bei Facebook kommt so was nie zustande. Es lebe das Blog!


1 Antwort auf „Facebook? Es lebe das Blog!“


  1. 1 Ergänzung 23. November 2012 um 17:13 Uhr

    „Übrigens bin ich der Meinung, wer es nicht schafft, ohne Facebook mit mir Kontakt zu halten, z.B. über Mail und Telefon, dem kann auch soviel nicht an dem gemeinsamen Kontakt liegen ^^ Freundetest 2.0″ – Das schreibt Christian Salzborn in der Diskussion auf Antje Schrupps Blog. Guter Gedanke!

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