Maria Lehnen, Jaques Gassmann und ein Abend auf der Mildenburg

Die Mildenburg, von innen leuchtend, nach der Finissage zur Ausstellung mit Werken von Dr. Jürgen Lenssen

Ich habe es hier schon mehrfach betont, dass das Museum.Burg.Miltenberg immer einen Besuch wert ist. Ich selbst bin im Jahr 2014 (zwischen April und Oktober) tatsächlich fünfundzwanzig mal dort gewesen, darunter auch bei zwei Vernissagen und jetzt – mein letzter Besuch für dieses Jahr – bei der gestrigen Finissage zur Ausstellung mit Werken von Dr. Jürgen Lenssen.

Wieder ergaben sich sehr gute Gespräch – mit dem ehemaligen Miltenberger Kultur-Stadtrat Hellmut Lang, mit den Künstlerinnen Martina Pechtold und Jutta Winterheld, mit dem einstigen Miltenberger Stadtpfarrer und heutigen Würzburger Weihbischof, dem für seinen Antifaschismus bekannten und höchst kunstinteressierten Ulrich Boom.

Sehr interessant waren auch die Gespräche, die ich mit Jacques Gassmann und Maria Lehnen führen konnte. Der bei Würzburg lebende Erfinder der Ogrody-Maltechnik ist im Museum.Burg.Miltenberg z.B. mit einem Werk aus seiner Serie „Apokalypse“ vertreten, ein Bild, über das sich DIE Mapec direkt davor wieder einmal besonders angesprochen gezeigt hatte. Maria Lehnen ist jene Künstlerin, die mit ihrer „Kreuzfrau mit Jutesack“ ebenfalls eines der zentralen Werke im Burgmuseum geschaffen hat. Sie erzählte über die Entstehungsbedingungen dieser Skulptur und erläuterte ihre bisherigen Ideen zur Sonderausstellung, die sie 2015 auf der Miltenberger Burg gestalten wird. Dass auch Jaques Gassmann eine eigene Ausstellung in Miltenberg bekommen sollte, das setzte ich mal als Konsens unter allen voraus, mit denen ich an diesem Abend gesprochen hatte.

Das Museum.Burg.Miltenberg ist jetzt bis Ostern geschlossen. Leider. Denn die Pausen vom Alltag, der „kleine Urlaub zwischendurch“ (DIE Mapec), den ein Besuch in diesem Museum für mich bedeutet, das wird mir jetzt erst mal fehlen. Aber dann ab Ostern … und dann hoffentlich auch wieder mit vielen netten Menschen, mit Vernissagen und dem einen oder anderen Glas Wein im Burghof.

Schrift-Bilder bei der Ausstellung FRANZ:LIVE|ART

In der Ausstellung FRANZ:LIVE|ART präsentierte ich vier meiner Schrift-Bilder. An dieser Stelle möchte ich diese zusammen mit den jeweils darauf befindlichen Texten dokumentieren.

links:
Die Ohnmacht und ich, Schrift-Bild, Teil 1 von 2
Mischtechnik auf Papier und Wellpappe, 2014
Text:
Ich habe noch eine Verabredung
mit meiner Ohnmacht.
Ich habe meine Erblast wie
du deine und wir werden
aneinander schuldig.
(mehr…)

Ja, es war gut

Gerade komme ich von der nichtöffentlichen Vernissage der Ausstellung FRANZ:LIVE|ART zurück. Gute Gespräche, gutes Essen, gute Getränke, gute Kunst. In diesen so üblen Zeiten – was wollen wir mehr?

Ich danke Euch allen für den schönen Abend! (Das Foto zeigt leider nur einen Ausschnitt der wunderbaren Menschen, die mit mir heute feierten.)

Die Malerin Martina Pechtold

Eine Würdigung mit Hinweisen zu den Beispielen auf ihrer Homepage

Dem Tod ins Auge gehen, 90 × 90 cm, Tusche und Acryl sowie Fossil eines Ammonit auf Leinwand, Teilansicht

Werkzyklus „Frau“

Am Anfang des Schaffens von Martina Pechtold stehen Frauenbilder, verschiedenste Motive, unterschiedliche Materialien und Techniken, gegenständliche und abstrakte Malweise verschmelzen; es ist die Beschäftigung der Künstlerin mit sich selbst, mit ihrem Eigenen wie mit dem, was aus einem Menschen gemacht ist, der als Frau zur Welt kommt.
Am Anfang die Beschäftigung mit sich selbst zu setzen ist sinnvoll. Und es scheint ebenso sinnvoll, möglichst viele Materialien und Möglichkeiten auszuprobieren, um sie kennenzulernen, zu erfassen, ihre Tauglichkeit zu prüfen.

--> Einige Beispiele zum Werkzyklus Frau 1995 – 2000
(mehr…)

FRANZ:LIVE|ART mit Schrift-Bildern von Mapec

Mapecs Schrift-Bilder:

Ein Verzeichnis aller Kunstwerke bei FRANZ:LIVE|ART findet sich bei kunst.blogsport.de.

Wieder Führungen im Franziskushaus

Führungen durch die Dauerausstellung mit Bildern von Jutta Winterheld zum Thema „Tod und Auferstehung“ im Franziskushaus, Miltenberg

Donnerstag, 16. Oktober 2014
- geschlossene Veranstaltung im Rahmen des „Runden Tisches“ der psychologischen und psychosozialen Fachkräfte –

Samstag, 25. Oktober 2014
Öffentliche Führung
17 Uhr
Eingang Franziskushaus Miltenberg (Engelplatz)
Eintritt frei

Die Führungen werden jeweils durchgeführt von Jutta Winterheld & Mapec.

Fünf Stunden

Gestern beim (veganen) Geburtstagsessen für Hannes: Gute Gespräche über Musik allgemein und ganz besonders über Anthrazit (anhand des Mitschnitts des Auftritts vom 19. September; Dank an Anna-Lisa!). Gespräche auch über Literatur (anhand eines neuen Textes von mir) und bildende Kunst (wegen bevorstehender Ausstellung) sowie über nette oder weniger nette Leute und vieles mehr. Ich danke ganz herzlich für das gute Essen und fünf Stunden bester Unterhaltung!

Der Hannes, die Valerie & der Mapec, nicht auf dem Bild: die Jana & die Rebecca

Mapec & JuliKapelle

Auf der Soundcloud-Seite von JuliKapelle:

Provinz in der Stadt – Rumpenheim macht Kunst möglich

Rumpenheim ist ein Stadtteil von Offenbach und sicherlich keiner jener Orte, an denen der Nabel der kunstschaffenden Welt vermutet wird. Umso erstaunlicher, dass in diesem von nur gut 5.000 Seelen bewohnten Teil Offenbachs seit 14 Jahren die Rumpenheimer Kunsttage mit inzwischen 30 Kunst und Kunsthandwerk schaffenden Menschen in 15 Ausstellungsräumlichkeiten stattfinden. Rührige Kunstinteressierte machen dies möglich.

Am gestrigen Sonntag gingen die Rumpenheimer Kunsttage 2014 zu Ende. Mit mir waren Kerstin, Matthias und DIE Mapec dort. Es ergaben sich kurze Gespräche mit Künstlern wie Hannes Metz oder Wilhelm Hardt. Schließlich besuchten wir noch den Auftritt von Wortklang in der Rumpenheimer Schlosskirche, inmitten der raumfüllenden und beeindruckenden Text-Bild-Installation HÖHLENSCHÄTZE – Bergungen von Hagen Bonifer.

Rumpenheim ist Provinz mitten in der Stadt Offenbach mit deutlich über 100.000 Einwohnenden. Und die Provinz in der Stadt ist vielleicht gerade daher fähig, unbeleckt von gekünsteltem Intellektualismus eine gute, eine sehr gute Sache umzusetzen. Denn das gezeigte Kunstverständnis ist nicht ausschließend, sondern integrierend und lässt unterschiedliche Stile, Qualitäten und Formen zu. Was andernorts beliebig wirken könnte, wird in der angenehmen Atmosphäre der Rumpenheimer Kunsttage zur Vielfalt. Dass für die Jüngsten das JugendKunstschulMobil >Mit Kunst wachsen< da war, das zum freien Schaffen einlud und auch genutzt wurde, das macht die Sache dann vollständig rund.

Das Bild unten rechts zeigt übrigens ein äußerst kunstvoll gestaltetes WC, das mir Schwager Matthias als „Künstler-Clo“ vorstellte. Recht hat er. Und die Rumpenheimer zeigen, dass die Kunst nichts ist, auf das „wir scheißen“, sondern etwas, das sogar unsere Notdurft bereichern kann!

Herzschwester & Kapellmeister

Die persönliche Weiterentwicklung im Musikgeschmack; das (Über)Leben als Galeristin; Künstlerinnen und Künstler ganz allgemein und im besonderen Martina Pechtold, Thomas Lange, Mutsuo Hirano und andere; das Museum auf der Burg in Miltenberg und der erstrebenswerte Nebenjob als Museumsführer; Adam unterwegs in Wolle; die Vorzüge der Grünen Soße mit gekochten Eiern; die Frage, ob in Deutschland alle Führer werden wollen (ob Museums- oder Wander-Führer etc.) und was das denn heißt; die Situation von Kleinstädten um die zehntausend Einwohner, Joseph Beuys und das Hessische Landesmuseum in Darmstadt – dies und noch viel mehr waren Themen beim gestrigen Treffen zwischen mir und zwei sehr netten Menschen im „Riesen“ in Miltenberg. Denn nachdem Sarah (= Ida Lumpinzki = Herzschwester) und Achim (= Kapellmeister a.s.) die Bilder und Musikinstrumente für die heutige Vernissage ausgeladen hatten, gingen wir gemeinsam zum Abendessen mit Bierumtrunk (Schwarzviertler aus dem Brauhaus Faust). Ein Donnerstagabend wie er sein sollte.

Zum Foto oben: Der Versuch, das Bild „wie gemalt“ aussehen zu lassen, ist immerhin teilweise geglückt.